Die Option Kernenergie müsse in der Schweiz auch nach dem AKW-Unfall in Japan offen bleiben, fordert der Wirtschaftsverband Economiesuisse. Zentrales Element der Energiepolitik müsse die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz und ihrer Arbeitsplätze sein.

Der Economiesuisse-Vorstandsausschuss hat am Montag in Zürich einstimmig eine Resolution verabschiedet. Darin legt er die Hauptanliegen der Schweizer Wirtschaft in Bezug auf die Energiepolitik dar. Er warnt unter anderem vor "überstürzten, unkorrigierbaren und unrealistischen Entscheiden".

Gesamtenergiestrategie nötig

Es sei nötig, eine Schweizer Gesamtenergiestrategie zu entwickeln. Diese müsse Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, ökologische und Risikokriterien in Einklang bringen und die Standortattraktivität gewährleisten. Kurzfristige Entscheidungen und langfristige Notwendigkeiten und Chancen müssten zusammengehen.

Die Gesamtstrategie solle Wettbewerb und Innovation als massgebliche Motoren der Entwicklung respektieren, heisst es in der Resolution. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien, eine weitere Steigerung der Energieeffizienz und internationale Stromabkommen seien notwendig.

Dennoch bleibe der Bau der "notwendigen Kraftwerkkapazitäten" unverzichtbar. Und hierbei müsse die Option Kernenergie offen bleiben - namentlich mit Blick auf ihre weitere technologische Entwicklung.

60 Prozent des Stroms verbrauchen Unternehmen

60 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs gehe auf das Konto von Unternehmen und ihrer Arbeitsplätze, schreibt der Verband. Eine "sichere, zuverlässige, wettbewerbsfähige, unabhängige und klimaschonende" Energie- und Stromversorgung sei denn auch eine "Schicksalsfrage" für den Werkplatz Schweiz.

Falls die Bewilligungsverfahren für die auslaufenden AKW blockiert blieben, brauche es als Übergangslösung zwingend mehr Gaskombikraftwerke. Die Kompensation des zusätzlichen CO2-Ausstosses müsse aus Gründen der Effizienz und der Wirtschaftlichkeit zu einem wesentlichen Teil im Ausland erfolgen.

(laf/sda)

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