Kraft Heinz und Unilever erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung am Sonntagabend, dass der Ketchup-Hersteller Kraft seine Pläne zurückziehe. Ein Grund dafür wurde zunächst nicht genannt. Als Folge brechen die Aktien von Unilever zum Handelsbeginn um über 7 Prozent ein. Mittlerweile hat sich das Papier ein wenig erholt. Trotzdem notiert Unilever tiefrot. Auch Nestlé steht im Minus.

Eine Fusion beider Firmen mit Marken wie Philadelphia-Frischkäse, Weight Watchers, Knorr, Lipton und Dove wäre eine der grössten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte gewesen. Entstanden wäre ein Konsumgüter-Gigant mit einem Umsatz von gut 82 Milliarden Dollar, der nahe an den Schweizer Weltmarktführer Nestlé mit 89 Milliarden Dollar herangerückt wäre. Die britisch-niederländische Unilever hatte die 143 Milliarden Dollar schwere Offerte des deutlich kleineren Rivalen als zu niedrig zurückgewiesen.

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Lebensmittelbranche im Umbruch

Als treibende Kraft hinter dem Vorhaben waren am Freitag Investoren vermutet worden, die die US-Lebensmittelbranche bereits seit Jahren umpflügen. Hinter Kraft stehen der Milliardär Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway sowie der Schweiz-Brasilianer Jorge Paulo Lemann und seine Firma 3G Capital.

Unilever hatten neben einer zu niedrigen Offerte auch von strategischen Gründen gesprochen, die gegen eine Übernahme sprächen. Daher sehe Unilever keine Grundlage für weitere Gespräche, hatte es geheissen. Kraft hatte indes erklärt, man freue sich, eine Einigung über die Bedingungen einer Übernahme zu erreichen.

(sda/ise)