In der öffentlichen Rede zu brillieren, galt im Alten Griechenland aus höchster Ausdruck menschlicher Kultur. Jetzt lernen auch Maschinen die Feinheit der Rhetorik: Anfang der Woche hat das erste Mal eine Künstliche Intelligenz eine Debatte gegen Menschen bestritten.«Project Debate» heisst das KI-System von IBM, das unter Leitung des Konzern-Forschungszentrums in Haifa trainiert wurde.

Die Anforderung: Die KI muss ihre Argumente aus dem Stehgreif zu einem Thema formulieren können. Ihre Sachkenntnis bezieht die KI aus einer Datenbank, in der Hunderte von Millionen von Zeitungsartikeln gespeichert sind.

Sechs Jahre Arbeit stecken in Debatten-KI

In der ersten öffentlichen Debatte zwischen Mensch und Maschine diskutierte die KI zwei ihr zuvor unbekannte Themen, Weltraumforschung und Telemedizin. Ihre Kontrahenten – die israelischen Debattenexperten Noa Ovadia und Dan Zafrir – eröffneten jeweils mit einem vierminutigen Impulsreferat zum Thema. Auf der Grundlage von diesen Informationen und den in der Datenbank gespeicherten Artikeln antwortete die Maschine dann.

Sechs Jahre lang arbeiteten Wissenschaftler an der Debatten-KI. Das Projekt ist eine Erweiterung des Supercomputers Watson, der 2011 die Quizsendung «Jeopardy» gewann. Die neu gelernten Sprachfähigkeiten sollen wiederum Watson verstärken. Das Ziel der IBM-Techniker ist es, dass die KI eine Reihe von Argumenten zusammenstellen kann, ohne von Emotionen beeinflusst zu sein. Diese Grundlage soll dabei helfen, gut informierte Entscheidungen zu fällen.

Wie schlägt sich die Künstliche Intelligenz in der Debatte? Sehen Sie hier die Diskussion im Video.

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