Eine erste Niederlage hat die Deutsche Bank im Dauerrechtstreit mit den Erben von Leo Kirch bereits erlitten. Das Oberlandesgericht (OLG) München verurteilte das Geldhaus im vergangenen Dezember zu Schadenersatz für die krachende Pleite von Kirchs Medien-Imperium 2002. Offen liess das Gericht, wie hoch der zu ersetzende Schaden ist.

Heute (Donnerstag/10 Uhr) wird das Gericht mit beiden Seiten über die Gutachter entscheiden, die in den kommenden Wochen oder Monaten diese Frage klären sollen. Zuvor wird das Gericht aber noch klären, ob es vor der Fortsetzung des Verfahrens abwartet, wie der Bundesgerichtshof über einer Beschwerde der Bank entscheidet. Das OLG hatte nach seinem Urteil im Dezember eine Revision nicht zugelassen.

Das einzige Mittel, das der Bank danach blieb, war dagegen beim BGH eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde einzureichen. Wann und wie Karlsruhe darüber entscheidet ist offen. Auf Antrag der Kirch-Erben soll das Verfahren in München aber weiter gehen, auch ohne BGH-Entscheidung.

Die Kirch-Seite hatte auf zwei Milliarden Euro geklagt. Leo Kirch hatte zeitlebens die Bank für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht. Wochen vor der Pleite hatte der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer in einem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs infrage gestellt. Breuer wird heute nicht an der Verhandlung teilnehmen.

(tke/awp)

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