Den früheren Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann holen seine Aussagen im Schadenersatzprozess der Kirch-Mediengruppe wieder ein. Die Münchner Staatsanwaltschaft wolle den Schweizer im Zuge ihrer seit zwei Jahren andauernden Ermittlungen wegen Prozessbetrugs vernehmen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Vorladungen seien auch an weitere Ex-Manager der Bank gegangen, die ebenfalls verdächtigt werden, vor Gericht falsch ausgesagt zu haben. Ob Anklage erhoben wird, ist noch offen.

Staatsanwaltschaft München bestätigt Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft München bestätigte, dass die Ermittlungen wegen versuchten Betrugs im Schadenersatzprozess der Kirch-Erben gegen die Deutsche Bank andauerten. «Aus ermittlungstaktischen Gründen werden wir uns in dem laufenden Verfahren derzeit nicht äussern», sagte ein Behördensprecher.

Die Deutsche Bank erklärte im Namen der Betroffenen, sie wolle sich dazu nicht äussern. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und das «Handelsblatt» hatten zuvor unter Berufung auf Verteidiger und Finanzkreise berichtet, die Staatsanwaltschaft wolle in den kommenden Wochen mehr als eine Handvoll Manager der Bank als Zeugen befragen.

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Durchsuchung der Deutschen Bank

In dem Zusammenhang hatten die Ermittler bereits früher die Zentrale der Bank durchsucht. Die Betroffenen sollen vor Jahren in dem Schadenersatzprozess nicht die Wahrheit gesagt haben. Die Bank weist die Vorwürfe zurück.

Die Erben des Medienunternehmers Leo Kirch machen das Institut für die Pleite der Gruppe im Jahr 2002 verantwortlich und fordern in dem noch andauernden Prozess Schadenersatz in Milliardenhöhe.

(reuters/vst/muv)