Der bisherige CEO Kurt Rohrbach des bernischen Energiekonzerns BKW wird nach einer Übergangszeit den Posten als Vorsitzender der Konzernleitung abgeben und danach hauptamtlicher zweiter Vizepräsident der BKW. Das teilte das Berner Unternehmen vor seiner Bilanzmedienkonferenz mit.

Rohrbach soll in seiner neuen Funktion die nötigen organisatorischen Massnahmen vorantreiben. Es brauche für die neue Unternehmensstrategie auch eine neue Organisation. Damit wird der Posten des CEO neu besetzt. Bis der neue Chef oder die neue Chefin ihre Stelle antritt, übt Rohrbach beide Funktionen aus. Wann die Ablösung an der BKW-Spitze erfolgen soll, ist aus der Medienmitteilung nicht zu entnehmen.

BKW geht vor Bundesgericht

Das Bundesverwaltungsgericht entschied kürzlich, dass die BKW das Kernkraftwerk Mühleberg wegen offener Sicherheitsfragen nur bis zum Sommer 2013 betreiben darf - es sei denn, die BKW legt ein umfassendes Instandhaltungskonzept vor.

Die BKW hat am 14. März bekanntgegeben, dass sie dieses Konzept vorlegen will und gleichzeitig den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vor Bundesgericht anficht. Das Unternehmen versorgt direkt und via Vertriebspartner über eine Million Menschen mit Energie, primär durch eigene Produktionsanlagen.

Im Fokus vor allem Wasserkraft und Wind

Bereits im März 2011, nach der Atomkatastrophe von Fukushima, hatte die BKW angekündigt, eine neue Strategie vorzulegen. Sie richtet sich auf den Übergang und die Zeit nach der Abschaltung des KKW Mühleberg aus. Gemäss diesem neuen Konzept «BKW 2030» setzt die BKW nun auf den effizienten und wirtschaftlichen Betrieb ihrer Kraftwerke und erweitert und vertieft rasch die Produktion erneuerbarer Energien, die zur Ablösung des Kernkraftwerks Mühleberg nötig sind.

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Im Fokus hat die BKW vor allem Wasserkraft und Wind. Zudem will sie innovative Angebote und Modelle entwickeln, um ihre Kunden zum Energiesparen zu motivieren und eine hohe Energieeffizienz zu erreichen. Auf den Kauf fossil-thermischer Produktionsprojekte verzichtet die BKW - abgesehen von sich bereits im Bau befindlichen Anlagen.

Den Bau von bereits projektierten Gaskraftwerken in der Schweiz oder in Nachbarländern behält sie sich vor. Dies tue sie zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit und in Übereinstimmung mit der Energiestrategie 2050 des Bundes. Am Ziel einer CO2-neutralen Produktion hält die BKW fest.

Die BKW will auch ihre Netzinfrastruktur weiterentwickeln und sie mit neuen, innovativen Technologien auf die Herausforderungen eines modernen, vermehrt dezentralen Produktionsmixes ergänzen.

«Flyer»-Chef Schär soll in VR

Die neue BKW-Strategie will das bernische Unternehmen auch mit einem Mann umsetzen, dessen Namen für umweltfreundliche Mobilität steht: Mit dem Chef des Huttwiler Elektrovelo-Unternehmens «Flyer», Kurt Schär. Ihn wird der BKW-Verwaltungsrat im Mai an der Generalversammlung zur Wahl ins Aufsichtsgremium vorschlagen.

(chb/muv/sda)