Genentech ist ins Visier einer früheren Mitarbeiterin geraten. Die 2010 entlassene Managerin wirft Roches Tochter in den USA vor, im Rahmen der Entwicklung von Krebsmedikamenten die Gesundheit der Versuchspersonen aufs Spiel gesetzt zu haben. Über die im Juli eingereichte Klage berichten diverse Online-Branchendienste.

Das «unethische und illegale» Verhalten hätte Patienten potenziell tödlichen Gefahren ausgesetzt, behauptet die Frau. Laut der Klägerin habe Genentech etablierte Verfahren in der klinischen Medikamentenentwicklung abgekürzt, um die Arzneien schneller auf den Markt zu bringen.

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Genentech weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme «energisch zurück» und betont, sich an alle Vorschriften und Gesetze für die Arzneimittelerprobung zu halten. Mit Verweis auf das laufende Verfahren kommentierte die Roche-Tochter die Vorwürfe nicht weiter. Die Klägerin hatte laut eigenen Angaben ihre Chefs mehrfach auf die Missstände hingewiesen und versucht, Änderungen herbeizuführen. Ohne Erfolg – sie wurde vom Projekt abgezogen und später entlassen.

Ende 2011 zahlte Roche 20 Millionen Franken, um eine ähnliche Klage eines Ex-Mitarbeiters gegen Genentech beizulegen. Dieser warf der Firma vor, Mediziner dafür finanziell belohnt zu haben, eine Arznei fürAnwendungen ohne Zulassung zu verschreiben und mit den staatlichen Krankenkassen abzurechnen.

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