Knapp sechs Jahre nach dem Absturz einer Spanair-Maschine in Madrid mit 154 Toten hat eine Gruppe von Anwälten den Flugzeughersteller Boeing auf Schadensersatz verklagt. Die Unglücksmaschine habe einen Konstruktionsfehler gehabt.

Zudem soll der Hersteller davon gewusst haben, wie der Rechtsanwalt Iván de Miguel am Montag in Las Palmas de Gran Canaria sagte. Die Juristen verlangen von Boeing einen Schadensersatz von 41,5 Millionen Euro.

Klage auf Konstruktionsfehler

Bei dem Unglück auf dem Madrider Flughafen Barajas im August 2008 war eine Maschine vom Typ MD-82 der spanischen Fluggesellschaft Spanair unmittelbar nach dem Start abgestürzt. 154 Menschen starben, 18 Insassen überlebten. Die Maschine sollte nach Gran Canaria fliegen.

Das Madrider Landgericht hatte die strafrechtlichen Ermittlungen vor zwei Jahren eingestellt. Nach Ansicht der Richter trugen Pilot und Co-Pilot die Hauptschuld bei dem Absturz. Die Cockpit-Besatzung, die bei dem Unglück ums Leben kam, hatte es versäumt, die Vorflügel und Klappen auszufahren.

Die Rechtsanwälte, die sieben Familien von Hinterbliebenen vertreten, argumentierten, die Alarmanlage, die die Piloten auf ihren Fehler hätte aufmerksam machen müssen, habe aufgrund eines Konstruktionsfehlers versagt. Der Hersteller der Maschine, McDonnell Douglas, ging 1997 mit Boeing eine Fusion ein.

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(sda/chb)