Die börsenkotierte Accu Holding wird zum Gerichtsfall. Am Mittwoch wurde beim Bezirksgericht in Hochdorf eine Nichtigkeitsklage gegen die Accu Holding des Firmenchefs und Mehrheitseigners Marco Marchetti eingebracht. Anlass dafür ist der Kauf des Garnherstellers Nexis durch die Accu Holding. Marchetti wollte mit der Integration von Nexis in die Accu Holding ein Industriekonglomerat zimmern.

Der Klägerseite zufolge habe Marchetti dabei eigenmächtig – und ohne den Gesamtverwaltungsrat der Eigentümergesellschaft von Nexis zu verständigen – Nexis-Gesellschaften in der Slowakei und in Litauen an Accu verkauft. Marchetti war bei dem Deal gleichzeitig Mehrheitseigner und Geschäftsleiter der Käufergesellschaft Accu sowie Miteigentümer der Verkäufergesellschaft von Nexis.

Gegen Grundsätze verstossen

Ein Rechtsanwalt der Klägerseite sagt: «Marchetti hätte beim Verkauf zumindest in den Ausstand treten müssen.» Er habe gegen Grundsätze der Corporate Governance verstossen. Die Kläger sprechen von einer «versteckten Doppelkontrahierung». Marchetti bestreitet die Vorwürfe und sagt: «Es wurde bereits im Frühjahr 2011 bzw bei meinem Eintritt in die Accu Holding kommuniziert, dass die Nexis Gruppe in die Accu Holding eingebracht werden soll.»

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