Angehörige von US-Anschlagsopfern verklagen die Internet-Riesen Facebook, Google und Twitter. Diesen wird eine Mitverantwortung für das Attentat im kalifornischen San Bernadino im Dezember 2015 vorgeworfen. Hinterbliebene von drei damals getöteten Personen argumentieren, die Konzerne unterstützten mit ihren Plattformen in den sozialen Medien indirekt die Verbreitung von Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Sie hätten zugelassen, dass IS Geld sammeln und Mitkämpfer rekrutieren konnte, heisst in der 32-seitigen Klageschrift, die bei einem Bezirksgericht in Los Angeles eingereicht wurde. Bei dem Anschlag vor eineinhalb Jahren hatte ein Ehepaar 14 Menschen getötet und 22 verletzt. Den Behörden zufolge waren die Täter von Dschihadisten inspiriert.

Keine Stellungnahmen

«Ohne Twitter, Facebook und Google (Youtube) wäre das explosionsartige Wachstum des IS in den vergangenen Jahren bis hin zur weltweit meistgefürchtetsten Terrorgruppe nicht möglich gewesen», betonten die Kläger. Von den drei verklagten Unternehmen gab es keine Stellungnahmen.

Die Gesetze in den USA schützen Internetkonzerne weitgehend davor, für von Nutzern verbreitete Inhalte Verantwortung übernehmen zu müssen. In den vergangenen Jahren gab es ähnliche Klagen, doch bisher kam es zu keinem Prozess. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob strengere Regeln gegen Internetplattformen auf EU-Ebene harmonisiert werden sollen.

(sda/chb)