Die Westschweizer Konsumentenorganisation FRC hat am Montag im Zusammenhang mit dem VW-Skandal Strafanzeige eingereicht. Die Anzeige wegen Verletzung des Bundesgesetzes gegen unlauteren Wettbewerb richtet sich gegen Unbekannt.

«Wir wollen den Sachverhalt und die Verantwortlichkeiten festlegen und damit den Weg ebnen, damit die Opfer selbst klagen können», sagte FRC-Generalsekretär Mathieu Fleury der Nachrichtenagentur sda. Zuvor hatte die Westschweizer Zeitung «Le Matin» über die Klage berichtet.

Eine konzentrierte Klage mache mehr Sinn

Es ist die zweite in der Schweiz eingereichte Klage im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal. Am 1. Oktober hat ein Genfer, der 2014 ein VW-Dieselauto gekauft hatte, bereits eine Klage eingereicht.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) unterstütze die Klage des FRC ideell, sagte Geschäftsleiterin Sara Stalder auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Eine eigene Klage werde man nicht einreichen, die Sache laufe über den FRC. Beim Pferdefleischskandal habe man gemerkt, dass eine konzentrierte Klage mehr Sinn mache.

Plattform für Geschädigte

Der FRC - Fédération romande des consommateurs - hat zudem eine Plattform eingerichtet, um betroffene Konsumenten bei rechtlichen Schritten zu unterstützen. Sie soll Konsumenten beraten, die gegen den deutschen Auto-Konzern vorgehen wollen. Fleury zählte allein am Dienstagmorgen um die fünfzig Anmeldungen.

Gemeinsam mit dem Deutschschweizer und dem Tessiner Konsumentenschutzverband schickt der FRC zudem eine Bitte um Aufklärung an Amag, den VW-Generalimporteur in der Schweiz.

(sda/dbe)