In der Schweiz erwarten die grossen IT-Anbieter in diesem Jahr eine Erholung. Beim Lausanner Softwarehaus Elca verzeichnet CEO Daniel Gorostidi einen «sehr guten Start ins Jahr 2010, ja sogar einen der besten seit der Firmengründung vor 40 Jahren.»

«Wir gehen davon aus, dass sich der Schweizer Softwaremarkt in diesem Jahr erholen wird», meint auch Harald Esch, Geschäftsführer von Adobe in Zentraleuropa. Hewlett-Packard stellt eine hohe Nachfrage nach bestimmten Produkten wie Softwaretests fest, wie Mark Sturzenegger, Leiter von HP-Software und Lösungen für die Schweiz, berichtet. Bei Sage, einem auf KMU-Lösungen spezialisierten Anbieter, spricht Jean-Jacques Suter von einem Geschäftsgang, der «wieder vor unseren Budgets» liegt. Und bei SAP erwartet man für dieses Jahr ein Wachstum im «einstelligen Prozentbereich».

Diese Aussagen bestätigen die Trends der Marktforscher: Bei Pierre Audoin Consultants (PAC) rechnet man mit einer leichten Erholung. A.T. Kearny beispielsweise stellte in einer Umfrage fest, dass die Firmenkunden ihre Sparrunden abgeschlossen haben, keine «signifikanten Budgetkürzungen» mehr vornehmen möchten und sich jetzt damit befassen, wie die IT die Transformation des Geschäfts über die geeigneten Softwarelösungen unterstützen kann.

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In Zukunftstrends investieren

Die wichtigsten Stichworte sind bei den Befragungen von CIO und den IT-Verantwortlichen grösserer Firmen: Cloud Computing mit der Server- und Speicher-Virtualisierung, die Einbindung mobiler Lösungen sowie die Verbesserung von Office-Lösungen mit dem Ziel der Steigerung der Produktivität durch die Einbindung moderner Collaboration- und Kommunikationsplattformen.

Die drei Träger der diesjährigen X-Days in Interlaken stehen exemplarisch dafür: EMC wird viele Informationen über das Cloud Computing bringen, das ohne die Virtualisierungs-Software der Tochtergesellschaft VMware heute noch in den Kinderschuhen stecken würde. Orange, der Mobiltelekomanbieter, verbindet bei Firmenlösungen bereits seit einiger Zeit mit der ebenfalls zum France-Télécom-Konzern gehörenden Gesellschaft Equant Festnetz- und Handykommunikation.

Und Microsoft sieht einen neuen Investitions- und Produktivitätssteigerungszyklus, nachdem Firmenkunden die glücklosen Windows-Vista-Betriebssysteme übersprungen haben und jetzt ihre veralteten, auf XP basierenden PC-Flotten ablösen und gleich mit zeitgemässer Infrastruktur- und Anwendersoftware ausstatten.