Das bedeutende Forum für internationale Gestaltung, die Design Miami/Basel, findet bereits zum dritten Mal in der Basler Markthalle statt. Die von Craig Robins begründete Messe entwickelt sich nicht zuletzt dank des cleveren Timings jeweils parallel zur Art Basel und zur Art Basel Miami Beach zum Magneten für die Kreativgemeinde von Designern, Kuratoren, Architekten sowie Sammlern aus aller Welt. Insgesamt 29 Teilnehmer – sieben neue und 22 bisherige Galerien – nehmen in diesem Jahr teil.

Begleitet wird die Messe von einer Reihe von Satellitenevents und Design Talks mit führenden Köpfen der Industrie. Auch 2008 wird wieder der «Designer of the Future Award» verliehen. Er geht in diesem Jahr an die jungen Talente Martino Gamper, Max Lamb, Julia Lohmann sowie Clemens Weisshaar & Reed Kram. Die ausgezeichneten Designer hatten die Aufgabe erhalten, Werke aus den völlig konträren Materialien Beton und Wolle zu schaffen, die hinsichtlich Material, Budget und Grösse alle denselben Einschränkungen unterlagen. Der Beton steht symbolisch für den Ausstellungsort: Die 1928 erbaute Markthalle Basel ist eine Kuppelhalle aus Stahlbeton. Wolle kam dagegen wieder in Mode, seit das zeitgenössische Design kunsthandwerkliche Arbeitsweisen wiederentdeckt hat. Wolle lässt sich hervorragend färben und gibt sich mal klassisch und konservativ, mal trendig und progressiv.

Experimentelles Design

Die Designer werden nicht nur ein neues Kunstwerk schaffen, sondern den Entstehungsprozess auch filmen und das Video dann in die Messe integrieren. Die Award-Gewinner erhalten auf diese Weise die Gelegenheit, ihre Werke Seite an Seite mit denen weltbekannter Designer und Galerien auszustellen.

Anzeige

Mit dem «Designer of the Future Award» demonstriert die Design Miami/Basel ihr Engagement für experimentelles und exklusives Design. Ausgezeichnet wird Kreativität, die ihren Ausdruck in neuen Formen, neuen Schaffensprozessen und neuen philosophischen Ansätzen findet.

In den Design Talks und den Messe-Satelliten will die Messe auch in diesem Jahr durch Diskussionen mit führenden Designerpersönlichkeiten aktuelle Tendenzen ausloten.

Viele zeitgenössische Designer machen etwa Performance zum Bestandteil ihres kreativen Prozesses. Die Performance-Komponente beeinflusst das Design des Produkts als Ganzes, macht es einmalig und so auch wertvoller. Ein Beispiel dafür sind die Kreationen von Max Lamb, der zusammen mit Studenten von ECAL ein Projekt durchführt und in Zusammenarbeit mit einem talentierten Glasbläser aus Bern neue Ideen für Lichtinstallationen ausprobiert.

«Mit jeder Ausstellung sind wir bestrebt, einmalige Beispiele für kreativen Ausdruck zu zeigen», sagt Ambra Medda, Direktorin und Mitbegründerin von Design Miami/Basel. Die Teilnehmer seien aussergewöhnliche Kreative, die den Begriff Design regelmässig neu definierten. Neben den zeitgenössischen Objekten werden auch Klassiker aus dem frühen 20. Jh. zu sehen sein, die auf dem Markt derzeit sehr gesucht sind.