GS1 DATABAR. GS1 Global Office hat die globale Einführung der Strichcodesymbologie von GS1 DataBar für den 1. Januar 2010 angekündigt. Darüber hinaus werden von globalen GS1-Arbeitsgruppen weitere Pläne für die Verwendung der zusätzlichen Daten für neue Anwendungsbereiche erarbeitet respektive festgelegt. Die erste Priorität gilt gemäss Daniel Müller, Leiter Systemberatung GS1 Schweiz, der Identifizierung von Produkten im Frischebereich, den mengenvariablen Produkten und den im Einzelhandel vertriebenen Kleinstprodukten. Als zusätzliche Massnahme von GS1 werden zudem die rasante Entwicklung und Forschung im Bereich der variablen Strichcode-Drucktechnologie und Experten-Netzwerke unterstützt.

Am jährlichen Global GS1-Forum in Brüssel wurde im Februar 2007 der neue Name GS1 DataBar für die Reduced Space Symbology (RSS) eingeführt. Die Namensänderung ist unter anderem auf den Umstand zurückzuführen, dass der Begriff «RSS» in den vergangenen Jahren in erster Linie mit dem Internet-Protokoll RSS (Really Simple Syndication) in Verbindung gebracht wurde. Der neue Name GS1 DataBar sei einfach, einprägsam und sachbezogen sowie passend zu bereits bestehenden Begriffen wie etwa GS1 Data Matrix, betont Müller.

Symbologie und Einsatzgebiete

GS1 DataBar (RSS) hat aufgrund der grösseren Kapazität eines Symbolzeichens eine höhere Datendichte als andere lineare Strichcodes. Es werden nicht mehr einzelne Ziffern und Buchstaben, sondern ganze Gruppen (Module) verschlüsselt. Es werden zudem keine zusätzlichen Hellzonen mehr benötigt.Bereits 2006 wurde anlässlich der Generalversammlung von GS1 in Malta beschlossen, diese Strichcodesymbologie für Einsatzgebiete am Verkaufspunkt freizugeben (siehe Tabelle). Im Bereich Healthcare wird GS1 DataBar bereits erfolgreich eingesetzt.

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Es besteht Handlungsbedarf

Was bedeutet die globale Einführung der Strichcodesymbologie von GS1 DataBar bis 2010 für die Systemanwender in der Schweiz? Neben Umsetzungsini-tiativen auf europäischem (speziell im Bereich Freshfood) und auf globalem Level besteht für den nationalen Markt Handlungsbedarf. Wie dieser genau aussieht, kann gemäss Daniel Müller zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt werden und ist zudem in Abhängigkeit von den Anwendungsgebieten zu beurteilen. Nachstehend werden einige zentrale Aspekte beleuchtet.Frischebereich Stückware: In diesem Bereich wird nach wie vor häufig mit generischen oder Handelskanal-spezifischen Identifikationsnummern gearbeitet. Für die Rückverfolgbarkeit und Nachverfolgbarkeit sind diese jedoch gar nicht oder nur eingeschränkt verwendbar. Mit dem Wechsel zu einer herstellerspezifischen GTIN – der weltweit eindeutigen Identifikation –, verbunden mit Losnummer und MHD, bieten sich an der Einzelhandelskasse bisher nicht gekannte Möglichkeiten, die letztendlich allen Beteiligten in der Supply Chain zugute kommen.Mengenvariable Ware: Bei den gewichtsvariablen Artikeln liegt der grösste potenzielle Nutzen. Mit GS1 DataBar wird es erstmals möglich sein, sowohl die GTIN als auch den Verkaufspreis zu verschlüsseln. Die nationalen Standardnummernkataloge werden mittelfristig eingestellt. Entsprechende Entscheide haben einige Länder, u.a. Frankreich, bereits getroffen.

Als Chance sehen

GS1 Schweiz wird entsprechende, bestehende Arbeitsgruppen involvieren und bei Bedarf weitere Task Forces bilden respektive wieder aktivieren. Es ist wichtig, dass die Einführung von GS1 DataBar in erster Linie als Chance verstanden wird. Daniel Müller legt den Betroffenen nahe, die eingeräumte Übergangsfrist bis Ende 2009 bis zur definitiven Einführung möglichst effizient zu nutzen. Bis dahin gilt es, allfällige Probleme zu erkennen und rechtzeitig zu lösen.