Ford Europa sieht sich einer ähnlichen Situation gegenüber wie Opel aus dem General-Motors-Konzern (GM). Beide Unternehmen sind Tochtergesellschaften amerikanischer Konzerne, beide bangen um das Schicksal ihrer Muttergesellschaften in den USA. Und nicht zu vergessen: Für beide Tochtergesellschaften laufen die Geschäfte ganz ordentlich.

In der Schweiz blickt Ford auf eine sehr positive Verkaufsbilanz in der Zeit von Januar bis Oktober dieses Jahres. Nach der Statistik der Importeurvereinigung Auto-Schweiz verzeichnet Ford für die Neuwagenverkäufe im Vorjahresvergleich hierzulande ein Plus von nicht ganz 25%. Die Situation zeigt sich, bisher jedenfalls, zudem ziemlich stabil. Fast immer konnte die Marke an den Monatsenden einen beachtenswerten zweistelligen Zuwachs melden. Für Ford ist das auch ein willkommenes Geburtstagsgeschenk, denn es ist jetzt 50 Jahre her, seit der Importeur in der Schweiz seine Tätigkeit aufgenommen hat.

Die beachtlichen Verkaufsresultate sind auf eine junge Modellpalette zurückzuführen, in erster Linie in den Segmenten der Klein- und Kompaktwagen. Neu wurden dieses Jahr bereits die Modelle Kuga (Kompakt-SUV), Fiesta (Kompaktklasse) und jetzt der Kleinwagen Ka auf den Markt gebracht.

Italienische Verwandtschaft

Technisch basiert der Ford Ka auf dem Fiat 500, mit dem er im polnischen Tychy vom Band läuft. Doch die äusseren Unterschiede sind sehr deutlich: Während der Fiat auf Nostalgie setzt, ist der kugelförmige Ford Ka zu einem durchgestylten Kleinwagen mit neuer Karosserieform geworden, von Ford als Kinetic Design bezeichnet. Dazu gehören der trapezförmige Kühlergrill genau so wie die geschlitzten Scheinwerfer, die Ein- und Ausbuchtungen (Sicken) sowie Kanten in den Karosserieflächen. Auch das Profil mit der aufsteigenden Fensterlinie und dem markanten Heck trägt wesentlich zum unverwechselbaren Äusseren des neuen Ford Ka bei. Der Innenraum bietet für einen Kleinwagen erstaunliche Platzverhältnisse, denn selbst Grossgewachsene finden ausreichend Raum. Variabilität ist mit der umklappbaren Rückbank ebenfalls gegeben. Zwischen 241 l Laderaum bei voller Bestuhlung und 710 l beim Umlegen der Rückbank stehen zur Verfügung. Chefingenieur Matthias Tonn meint denn auch etwas salopp: «Mit dem neuen Ka lässt sich auch eine Waschmaschine transportieren.»

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Die Cockpitgestaltung vermag ebenfalls zu gefallen, auch wenn ziemlich auffällige Farbkombinationen zur Auswahl stehen, dies als Tribut an eine vorwiegend jüngere Kundschaft. Doch wer es nicht ganz so grell mag, kann dezentere Farbtöne wählen. Auffallend ist sodann die dominante Mittelkonsole, in der alle Bedienelemente gut erreichbar platziert sind. Die Materialien wirken hochwertig und sind gut verarbeitet.

Die Schweizer Erwartungen

Der Ka der ersten Generation wurde zwölf Jahre lang gebaut, dabei liefen 1,4 Mio Fahrzeuge vom Band. In der Schweiz konnte Ford seit 1997 gegen 13000 Ka verkaufen. Die ersten Fahrzeuge des neuen Ka können jetzt bei Händlern in Augenschein genommen werden. Offizieller Verkaufsstart ist im Januar 2009. Wie Sandra Grau, Marketing-Direktorin bei Ford Schweiz erklärt, wird für unser Land im kommenden Jahr mit einem Verkaufsvolumen von über 1000 Exemplaren gerechnet. Laut Grau dürften sich rund 35% der Schweizer Kunden für die Grundversion Ambiente entscheiden, die Mehrheit von 65% jedoch für die höherwertige Ausstattungsvariante Titanium. «Denn die Schweiz ist», so Grau, «immer noch ein Markt für hochwertige Ausstattung.»

Dagegen rechnet Grau damit, dass lediglich 5% der Kunden den neuen Ka mit dem Dieselmotor bestellen werden, weil für diesen Antrieb 2900 Fr. mehr als für den Benzinmotor bezahlt werden müssen.