Der Klimawandel auf der Erdkugel hat in den vergangenen Monaten die breite Öffentlichkeit erreicht und erhitzt die Gemüter der Politiker. Extreme Wetterlagen, die neusten breit abgestützten Klimaberichte der Uno und die drohenden Kosten für Emissionsverursacher haben dazu beigetragen, dass das Klima zuoberst auf der internationalen Agenda steht.

Schwerpunkt ist das Thema Klima auch am ersten nationalen ClimateForum vom 6. September 2007 in Thun – eine neue Plattform für Meinungsaustausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Die «Handelszeitung» ist Medienpartnerin des ClimateForum.

Es sind längst nicht mehr nur ein paar wenige Tüftler, die wissen, wie mit der Klimabedrohung Geschäfte zu machen sind. Die Reduktion von CO2-Emissionen nützt auch zur Pflege eines sauberen Images. Der sparsame Umgang mit fossilen Treibstoffen sowie die Entwicklung von alternativen Energien verbessern das Geschäftsergebnis. Dies demonstrieren Ems-Chemie, Migros, Geberit und viele andere Schweizer Firmen. Zudem winken Anbietern von klimafreundlichen Technologien und Dienstleistungen gewaltige Opportunitäten. Bei Industrieunternehmen, die wie ABB Hersteller erneuerbarer Energien beliefern, oder bei Banken, die in nachhaltige Fonds investieren, klingeln die Kassen.

Dennoch ist es eine Tatsache, dass die Schweiz die Kyoto-Ziele ohne massive weitere Reduktion von CO2-Emissionen verfehlen wird. Bundesrat Moritz Leuenberger sagt im Interview mit der «Handelszeitung»: «Wenn wir nichts unternehmen würden, würde uns dies nach heutigem Stand bis zu einigen 100 Mio Fr. kosten.» Der Bund müsste sich die verfehlten Emissionsreduktionen im Handel mit dem Ausland teuer erstehen.

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Als erste konkrete Massnahme wird deshalb ab 2008 die CO2-Abgabe von 3 Rp. je Liter Heizöl eingeführt. Sie soll den Brennstoffverbrauch und so-mit die CO2-Emissionen eindämmen. Damit nicht genug: Noch 2007 werden auch die gesetzlichen Weichen gestellt für eine CO2-Abgabe auf Benzin, für Anreize zu Energieeffizienz bei Gebäuden und Geräten sowie für die Förderung erneuerbarer Energien. Das soll klimafreundlichen Innovationen einen zusätzlichen Schub geben.
Die ETH Zürich quantifiziert die Kosten der Massnahmen aufgrund der Lenkungsabgaben gemäss CO2-Gesetz auf 140 Mio Fr. pro Jahr. Diesem Aufwand stehen aber einige Tausend neue Arbeitsplätze sowie vermiedene jährliche Kosten zwischen 220 Mio Fr. und 400 Mio Fr. gegenüber.