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Streit
Klubs protestieren gegen Hedgefonds-Verbot der Fifa

Fussballmagier Ronaldo und Fifa-Chef Sepp Blatter: Der Verband will keine Hedgefonds. Keystone

Am milliardenschweren Transfer-Markt für Fussballspieler verdienen Investoren kräftig mit. Die Fifa will das verbieten. Nun steigen die Fussballklubs gegen den Verband auf die Barrikaden.

Veröffentlicht am 04.05.2015

Hedgefonds versuchen, an einem Teil des 4 Milliarden Dollar schweren Transfer-Marktes für Fussballspieler festzuhalten - auch, wenn die Fifa sie seit vergangener Woche offiziell ausgeschlossen hat.

Investoren besassen Beteiligungen an Transfer-Rechten im europäischen Fußball im Volumen von 1,1 Milliarden Euro, heisst es in einer Studie von KPMG LLP aus dem Jahr 2013. Insgesamt 1100 Spieler seien davon betroffen gewesen.

«Bis an die Grenzen gehen»

Die FIFA ist der Auffassung, dass aussenstehende Investoren gewissen Entscheidungen von Fussball-Klubs beeinflussen können und hat daher derartige Deals verboten. Allerdings dürfte die Fifa Probleme dabei haben, die neuen Regeln zu überwachen. Das sagt Sean Cottrell, Vorstandsvorsitzender von lawinsport.com.

«Das ist unbekanntes Territorium. Und die Leute werden bis an die Grenzen gehen - bis ihnen gesagt wird, dass sie das nicht tun können», meint Cottrell. «Anwälte und Buchprüfer versuchen, neue Mechanismen zu finden.»

Von Südamerika nach Europa geschwappt

Bereits am 22. Dezember hatte die Fifa angekündigt, dass Klubs nach dem 1. Mai keine künftigen Transfer-Vergütungs-Rechte an dritte Parteien verkaufen dürfen. Die Praxis hatte sich in 1990er Jahren im brasilianischen und argentinischen Fussball erstmals ausgebreitet. Nach der Finanzkrise 2008 schwappte sie auch nach Europa.

Banken hatten damals die Kreditlinien für Klubs wie Atletico Madrid und FC Twente suspendiert. Die Fifa hat bislang keine Sanktionen definiert für jene Klubs, die gegen die neuen Regeln verstossen. Bereits bestehende Deals dürfen noch auslaufen, so die Fifa.

Ligen wehren sich

Doyen Sports aus Malta, die seit 2011 insgesamt 80 Millionen Euro an Spieler-Rechten gekauft hatte, reichte im März bei einem Pariser Gericht eine Klage mit dem Ziel ein, dass das Verbot aufgehoben wird. Das Gericht ordnete an, dass am 28. Mai Vertreter der Fussballverbände aussagen müssen.

Darüber hinaus beschwerten sich die spanischen und portugiesischen Ligen bereits im Februar bei Wettbewerbshütern der Europäischen Union über den Vorschlag der Fifa.

«Wir müssen kreativ sein»

Einige Klubs wie Twente brauchen nach eigenen Angaben weiter Finanzierungen von Fonds, weil Banken die Kreditvergabe noch immer beschränken. Im vergangenen Jahr hatte der Klub die Rechte an verschiedenen Spielern wie Luc Castaignos an Doyen verkauft, um Gelder einzusammeln.

«Unsere Situation ist nicht sehr einfach, und wir müssen kreativ sein. Und dies ist der einzige Ausweg», erklärte Twente-Chairman Aldo van der Laan im März bei einer Konferenz im spanischen Madrid.

Polens Probleme mit der Finanzierung

Auch Investor Skarbiec TFI SA lässt sich von den neuen Fifa-Regeln nicht beirren. Das Unternehmen sammelte 6 Millionen Zloty (1,5 Millionen Euro) ein, um in das Transfer-Geschäft des polnischen Klubs Legia Warschau zu investieren. Das verrät Maciej Podgorski, ein Direktor für Strategie bei dem Vermögensverwalter, der seinen Sitz in Warschau hat.

Polen, Dritter bei den Weltmeisterschaften von 1974 und 1982, hatte bislang Probleme, die Erfolge in europäischen Fussballwettbewerben zu wiederholen. Der begrenzte Zugang zu Finanzierungen ist dabei eine der Hürden, erklärt Podgorski gegenüber Bloomberg.

Spieler für 72 Millionen

Polnische Klubs hatten zwischen 2009 und 2014 Spieler für 72 Millionen Euro gehandelt - meist in Richtung Deutschland und Russland. Das geht aus Statistiken der Anwaltskanzlei Grant Thornton hervor.

Klubs und Finanzierer müssen sich noch an das neue Umfeld anpassen, meint Andrew Nixon, Sport-Anwalt bei Sheridans in London. «Es wird eine Menge an Manövern geben.»

(bloomberg/dbe)

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