Der Antriebsspezialist Maxon Motor muss sparen - und die Chefs des Innerschweizer KMU mit knapp 300 Mio Fr. Umsatz gehen mit gutem Beispiel voran. Laut COO Armin Lederer verzichtet der Hauptaktionär Karl-Walter Braun auf die Hälfte seiner Dividende für das Geschäftsjahr 2008, der Verwaltungsrat auf die Hälfte seiner Bezüge im laufenden Jahr. Die Geschäftsleitungsmitglieder müssen einen Monatslohn und die Kadermitarbeiter je nach Funktionsstufe bis drei Viertel eines Monatslohns ans Bein streichen. Zudem wurden die freiwilligen Boni, die auf dem Ergebnis 2008 basieren und 2009 fällig würden, für alle Mitarbeiter um zwei Drittel gesenkt. «Selbst wenn das Unternehmen noch Geld verdient, sind dies die richtigen Signale, um die Solidarität mit den Angestellten in Kurzarbeit zu bekunden», sagt Lederer.

Ob die Kürzungen den Betroffenen bereits wehtun, lässt Lederer offen. Er betont aber: «Geschäftsleitungsmitglieder und Kaderleute werden bei uns gut entlöhnt, sodass in schlechten Zeiten auch ein grösserer Verzicht von ihnen erwartet werden kann.» Anderseits befremdet Lederer die Aussage aus der Bankenwelt, gute Kräfte könne man nur bei entsprechenden Spitzensalären halten. «Auch KMU wie wir haben gute Leute, die uns ohne exorbitante Löhne auch in dieser schwierigen Zeit treu bleiben, obwohl sie problemlos anderswo einen guten Job finden würden», stellt Lederer klar.

Chef-Löhne hängen am Gewinn

Die Problematik überrissener Managersaläre und extremer Lohnscheren betreffe praktisch ausschliesslich börsenkotierte Unternehmen und nicht KMU, heisst es denn auch beim Schweizerischen Gewerbeverband. Tatsächlich bezieht so mancher Inhaber eines kleinen und mittleren Unternehmens ein bescheidenes Gehalt, das man wohl kaum als Kaderlohn bezeichnen kann.

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Wie hoch die Einbussen in der Krise sind, wird jedoch ungern kommuniziert, wie eine Umfrage der «Handelszeitung» bei zwei Dutzend KMU ergeben hat. So genau in die Details gehen wie Maxon wollte jedenfalls kein weiteres Unternehmen. «Wir haben auf Geschäftsleitungsebene Massnahmen getroffen, um der Krise zu begegnen, möchten diese jedoch nicht publizieren», liess der sonst auskunftswillige Luzerner Komponentenbauer Schurter ausrichten.

Beim Tourismus-Unternehmen Knecht Reisen erklärt Marketingleiter Christoph Huckele: «Als Familienunternehmen mit höchst moderaten Löhnen, die einzig an den Gewinn gekoppelt sind, geben wir keine Auskünfte dazu. Die oberste Spitze wird aber 2009 mehr als die Hälfte weniger erhalten.»

Auch bei der Lantal leisten laut Sprecherin Karin Freyenmuth alle Geschäftsleitungs- und VR-Mitglieder einen persönlichen und substanziellen Beitrag, um die Kosten wo immer möglich zu reduzieren. Dies habe man den Mitarbeitern intern offengelegt. «Es würde jedoch nicht unserer Unternehmenskultur entsprechen, diese Angaben nach aussen zu tragen», so Freyenmuth.

Bei der Giesserei Wolfensberger in Bauma ZH, die 50 ihrer 270 Arbeitsplätze abbauen will, ist Geschäftsführer Markus Schmidhauser überzeugt, dass die Firma noch weitere, schmerzhafte Einschnitte vor sich hat, die er als Miteigentümer des Familienunternehmens direkt spüren werde. Doch eine konkrete Antwort auf unsere Frage könne er keine geben. «Aber auch wir verzichten auf Lohn», stellt er klar.

KMU sind die Diskussion leid

In der Rezession ist es offensichtlich eine wachsende Zahl von KMU-Geschäftsführern leid, über die Millionensaläre der Top-Manager börsenkotierter Konzerne zu diskutieren.

Peter Merz, CEO der GIA Informatik in Oftringen AG mit 135 Angestellten, jedenfalls findet die Diskussionen um Managerlöhne in der Öffentlichkeit wenig sinnvoll und nicht produktiv. «Ich glaube nicht», meint er, «dass uns dies hilft, die aktuell schwierigen Zeiten besser zu bewältigen.»