Die Chefs der exportorientierten kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen (KMU) sind auch zu Beginn des dritten Quartals optimistisch. Sämtliche Branchen erwarten steigende Exporte. Besondere Zugkraft vermuten sie dabei aus den USA.

Das zeigt der veröffentlichte KMU-Exportindikator von Credit Suisse und Switzerland Global Enterprise (S-GE). Das Exportbarometer der Grossbank, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, steht bei 1,13 Punkten.

Das ist eine leichte Abschwächung gegenüber dem zweiten Quartal, aber deutlich über der Wachstumsschwelle von 0 und über dem langjährigen Mittel von 1 Punkt.

Leichte Abschwächung

Diese positive Nachfrage spiegelt sich auch in der Umfrage von SG-E. 44 Prozent der KMU-Chef erwarten im dritten Quartal einen Exportzuwachs nach 53 Prozent in der Vorperiode. 47 Prozent rechnen mit einer Stagnation, 9 Prozent befürchtet sinkende Exporte.

In den KMU-Exportperspektiven der Handelsförderungsorganisation ergab sich ein Wert von 65,3 Punkten nach einem solchen von 69,5 Punkten im Vorquartal. Der Wert errechnet sich aus der Exportstimmung im Umfragequartal und den effektiven Exporten im Vorquartal. Die Wachstumsschwelle liegt bei 50 Punkten.

Maschinenbau weniger zuversichtlich

Auch wenn alle Branchen Zuversicht verströmten, war der Optimismus bei den Sektoren Konsumgüter, Metallindustrie und Chemie/Pharma am grössten. Am geringsten war die Zuversicht bei der Maschinenbaubranche, die den Reigen der Optimisten im Vorquartal noch angeführt hatte.

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Als Gründe für die zunehmenden Exporte nannten 50 Prozent der befragten KMU die Produkteinnovation und 48 Prozent das verstärkte Marketing. Primär auf Innovation setzen Konsumgüter und Chemie/Pharma. Mit Marketing versuchen es die Branchen Präzisionsinstrumente und Dienstleistungen.

Bei der Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds nahmen die Erwartungen im Vergleich zur Vorperiode leicht ab. Noch 32 Prozent waren hier positiv gestimmt nach 38 Prozent zuvor.

Jene 9 Prozent, die sich sinkende Exporte erwarten, machten 66 Prozent den Konkurrenzdruck verantwortlich. Zu Beginn des zweiten Quartals waren es 69 Prozent.

Weniger Preisdruck

Etwas an Schärfe verloren hat offenbar der Preisdruck. Nur noch 33 Prozent der Firmen gaben an, zu Preisnachlässen gezwungen zu sein (Vorquartal 38  Prozent). Einen Abschwung sahen 31 Prozent voraus (32 Prozent).

Gesunken sind die Ängste vor politischen Umschwüngen und zwar von 26 auf 18 Prozent der Befragten. Im Frühling hatte die Krise in der Ukraine einen ersten Höhepunkt erreicht und die Wahlen in Indien standen noch bevor.

Gemäss dem CS-Barometer sind die Exportaussichten in die USA ausgezeichnet. Das Barometer steht auf dem höchsten Wert seit vier Jahren. Ebenfalls kräftig anziehen dürften die Ausfuhren nach Grossbritannien. In der Eurozone dürfte die Dynamik nachlassen, die Exporte nach Frankreich sogar sinken. In den nächsten Monaten dürften auch die grossen Schwellenländer in Asien liefern.

(sda/dbe/sim)