Das Transport- und Logistikunternehmen Kühne + Nagel gibt am Montag, 5. März, die Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 bekannt. 13 Analysten geben folgende Schätzungen ab:

2011E
In Mio CHF       AWP-Konsens      2010 

Bruttoumsatz        19'435       20'261   
Bruttogewinn         5'871        5'958  
EBITDA                 981        1'004 
EBIT                   775          765 
Reingewinn*            614          601 

*nach Minderheiten

Zurückhaltender Ausblick

Das Unternehmen dürfte auch im letzten Jahresviertel 2011 in der Lage gewesen sein, den Gesamtmarkt punkto Wachstum hinter sich zu lassen. Die anziehenden Frachtraten haben aber im Berichtsjahr die Margen belastet, dazu kommen Verluste aus der Umrechnung in den starken Schweizer Franken. Angesichts der hohen Cashbestände von Kühne+Nagel gehen einige Analysten zudem von einer höheren Dividende aus.

Anzeige

Mit Blick auf das herausfordernde Makro-Umfeld denken die Experten, dass Kühne+Nagel einen nur sehr zurckhaltenden Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr abliefern wird. Der Markt für Luftfracht könnte 2012 gar schrumpfen, hiess es. Zudem sei es fraglich, ob die Road+Rail-Division angesichts der Herausforderungen bereits in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen wird.

Wachstumsschancen in Südamerika

Für das Geschäftsjahr 2011 gab sich das Management von Kühne+Nagel Mitte Februar zuversichtlich dem Ziel zu entsprechen, von Jahr zu Jahr das Geschäftsvolumen zu steigern. Das Unternehmen werde eine «vernünftige» Performance abliefern, sagte VR-Präsident Karl Gernandt in einem Interview mit der «Handelszeitung». An den Mittelfristzielen, eine Verdoppelung der logistischen Leistung bis 2014 gemessen am Jahr 2009, hielt Gernandt fest.

Wachstumschancen macht Kühne + Nagel vor allem in Südamerika aus. Diese seien aktuell im Norden Südamerikas und in Brasilien zu finden. "Ich bin zuversichtlich, dass in diesen Nischen ein Wachstum von fünf Prozent möglich sein wird", so der Interviewte weiter. Weniger optimistisch ist Gernandt für das Wachstum in Asien. «Wir waren punkto Wachstum in Asien zu optimistisch, insbesondere in China und Indien.» Die Hauptrouten von Asien nach Europa würden kaum mehr so deutlich zulegen wie in der Vergangenheit. Zudem bereite die Wachstumsschwäche in der Unterhaltungselektronik dem Logistiker Mühe.

Zwei Top-Manager zum Konkurrenten Panalpina

Jüngst wurde bekannt, dass die beiden Kühne+Nagel-Manager Robert Erni und Ferdinand Kurt zum Konkurrenten Panalpina wechseln. Erni wird bei Panalpina neuer Finanzchef, Kurt neuer regionaler CEO für Nord- und Lateinamerika. Mit Erni verlor Kühne + Nagel nach Ansicht von Analysten einen seiner aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge des gegenwärtigen CFO Gerard Van Kesteren.

Anfang Februar übernahm Kühne + Nagel den australischen Mitbewerber Link Logistics mit 33 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist spezialisiert in der Kühlketten-Logistik für Frischprodukte.

Duisburg wird zu Kühne + Nagels weltgrösstem Standort, wie der Logistiker Ende Januar mitteilte. Das Unternehmen wolle seine Hallenkapazität im Duisburger Hafen um weitere 22'000 Quadratmeter auf fast 185'000 Quadratmeter vergrössern.

(aho/awp)