Bei der wegen Insiderverkäufen ins Visier der Staatsanwaltschaft geratenen Sonova kommt es zu umfangreichen Rücktritten auf Führungsebene. CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker reichten den Rücktritt ein. Ebenso verzichtet Andy Rihs auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten.

Bevor der Konzern vorletzte Woche eine Gewinnwarnung ausgab und in Folge dessen die Aktienkurse einbrachen, hatten Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates mit Aktien und Optionen im Wert von 47 Millionen Fr. gehandelt.

Sonova veröffentlichte Gewinnwarnung zu spät

Im Vorfeld der Gewinnwarnung vom 16. März 2011 hätten es die Verantwortlichen von Sonova versäumt, innerhalb des Unternehmens rechtzeitig ein Handelsverbot für Börsentransaktionen mit eigenen Titeln zu erlassen. Als Folge dieses Versäumnisses kam es zu Transaktionen, die damals nicht hätten stattfinden dürfen. Ausserdem hat Sonova die Gewinnwarnung zu spät veröffentlicht. Zu diesem Schluss kommt die Untersuchung einer Anwaltskanzlei, welche der Verwaltungsrat von Sonova in Auftrag gegeben hatte.

Die operative Führung von Sonova übernimmt als interimistischer CEO Alexander Zschokke. Zschokke gehört der Konzernleitung seit 2006 an. Interimistischer Chief Financial Officer der Sonova-Gruppe wird Paul Thompson, der diese Funktion bereits 2002 bis 2004 ausübte.

Alexander Zschokke neuer CEO ad interim - Rihs weiterhin im Verwaltungsrat

Firmengründer Andy Rihs gibt zwar das Amt des Verwaltungsratspräsidenten ab, bleibt aber Mitglied des Aufsichtsgremiums des Konzerns. Die interne Untersuchung habe ergeben, dass Rihs beim Verkauf der Aktien noch nichts von der Gewinnwarnung wusste, hiess es im Communiqué. Rihs habe dem Aktienkäufer zudem angeboten, die Wertpapiere zum Verkaufspreis zurückzunehmen.

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Anstelle von Rihs hat der Verwaltungsrat Robert Spoerry zum Präsidenten ernannt. Spoerry gehöre dem Verwaltungsrat seit 2003 an und blicke auf eine langjährige Industrieerfahrung zurück.

(cms/rcv/awp/sda)