Die Sol-E Suisse AG, die Tochtergesellschaft der BKW FMB Energie AG (BKW) im Bereich der neuen erneuerbaren Energien, ist vor rund einem Jahr gegründet worden. Das Unternehmen nutzt die in 15 Jahren akkumulierte Erfahrung der BKW in den neuen erneuerbaren Energien wie beispielsweise Bau und Betrieb des Windkraftwerks auf dem Mont-Crosin. Mit dieser grossen Erfahrung fokussiert sich das Unternehmen Suisse auf Anlagen, die ein umfassendes Know-how erfordern. Die BKW-Tochter ist in der ganzen Schweiz in sämtlichen Bereichen der neuen erneuerbaren Energien tätig. Ihr Ziel ist es, die geeignete Technologie am optimalen Ort einzusetzen.

Wie die BKW setzt die Sol-E Suisse bei der Erstellung und beim Betrieb ihrer Anlagen auf Partnerschaften. Dabei bringen die einzelnen Partner ihre Fachkompetenz in das Projekt ein, bewahren aber ihre Selbstständigkeit. Bei einem Biomassekraftwerk treten beispielsweise Partner in den Bereichen Biomassebeschaffung, Logistik, und Betrieb auf. Die Sol-E Suisse als Partnerin bringt einerseits ihre Kompetenz in den Bereichen Projektentwicklung und -umsetzung mit, anderseits kümmert sie sich um die Stromproduktion, -verteilung und den Energieabsatz.

Von der Idee zum Betrieb

In einer ersten Phase wird die Machbarkeit eines Projektes abgeklärt. Dabei stehen Fragen betreffend Marktsituation und Investitionen im Vordergrund. Es gilt abzuklären, ob die Anlage in Bezug auf eine nachhaltige Rohstoffbilanz sowie auf die Logistik am richtigen Ort angesiedelt ist und ob ähnliche Anlagen in der weiteren Umgebung geplant oder eventuell bereits in Betrieb sind. Diese Ergebnisse erlauben es anschliessend, den optimalen Standort, das technologische Konzept sowie das mögliche Energie-Produktionsvolumen zu bestimmen. Im Speziellen sind die Anliegen des Umweltschutzes und der Anwohner zu berücksichtigen (mögliche Lärm- und Geruchsemissionen, Mehrverkehr usw.).

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In einer weiteren Phase wird ein Businessmodell erstellt, mit dem sichergestellt wird, dass die Anreize für alle Partner richtig gesetzt sind, sodass eine Zusammenarbeit gewährleistet ist, die den langfristigen und nachhaltigen Betrieb garantiert. Dazu bedarf es der Unterstützung aller Parteien, vorab des Betreibers der Anlage sowie der Rohstofflieferanten. Weiter sind aber auch Verbände und Organisationen (Ökostrom Schweiz, Schweizerischer Bauernverband usw.) in die Verhandlungen mit einzubeziehen. Im Weiteren muss der Absatz des produzierten Stroms geplant werden: Wird er beispielsweise unter einer eigenen Marke als Ökostrom direkt an die Kunden «vermarktet» oder wird er unter Abgeltung durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ins Stromnetz eingespiesen? Sind all diese Fragen geklärt, kann die eigentliche Umsetzung gestartet werden.

In nächster Zeit wird das KEV-Modell zunehmend an Bedeutung gewinnen. Mit den Beiträgen, die in diesen Fördertopf fliessen, können Anlagen kostendeckend betrieben werden. Da nur die effektiv produzierten Kilowattstunden vergütet werden, belohnt das KEV-Modell den effizienten und kostenoptimierten Betrieb der Produktionsanlagen. Wie dies die BKW mit dem Strom vom Windkraftwerk der Juvent SA bereits seit Jahren mit Erfolg vormacht, ist die Sol-E Suisse bestrebt, den Strom aus Holz-, Wasser-, Sonnen- und Windkraftprojekten direkt als Ökostrom-Produkte über die Vertriebskanäle der BKW beim Kunden abzusetzen. Dabei liegt die Herausforderung in der Schaffung eines fassbaren ökologischen Mehrwerts, zu dem die Sensibilisierung des Kunden als wichtiges Element gehört.

Erforschung neuer Technologien

Der Kunde soll nicht nur wissen, woher der ökologisch produzierte Strom kommt, sondern er soll auch die Möglichkeit haben, diese Produktionsstätten zu besuchen. Dies kann er in den Besucherzentren im Berner Jura (Windkraftwerk, Sonnenkraftwerk, Sentier découverte), im Stade de Suisse in Bern, in Aarberg und Mühleberg sowie im BKW-Energiepark im Tropenhaus Frutigen (im Bau). Hier werden ihm Stärken und Schwächen einer jeden Ökostromquelle aufgezeigt und ihm vor Augen geführt, dass sich nicht jede Technologie zur Produktion von Ökostrom für jede Region eignet.

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Die BKW setzen sich seit mehr als 15 Jahren mit der Entwicklung der Sonnenenergie auseinander. Mit dem Betrieb ihrer Anlagen auf dem Mont-Soleil im Berner Jura, auf dem Stade de Suisse und jener auf dem Jungfraujoch sowie der Mitarbeit beim Projekt Solarimpulse von Bertrand Piccard besteht für die BKW bzw. die Sol-E Suisse die Herausforderung darin, einen Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz der bestehenden Photovoltaiktechnologie sowie zur Erforschung neuer Technologien zu leisten. Obschon die Sonnenenergie langfristig das weltweit grösste Energiepotenzial aufweist, wird die Entwicklung effizienterer Technologien noch viel Zeit benötigen.