Der Airline-Caterer Gategroup und zwei Hedgefonds haben sich nach längerem Streit auf einen gemeinsamen Vorschlag für die Besetzung des Verwaltungsrates geeinigt. Das Siebner-Gremium erhält vier neue Mitglieder, zwei davon auf Vorschlag der Hedgefonds.

Die vier neuen Mitglieder sind Julie Southern, David Barger, Gerard van Kesteren und Frederick Reid, wie Gategroup in der Nacht auf Freitag mitteilte. Mit ihnen soll der Verwaltungsrat zusätzliches Branchen-Fachwissen erhalten. Tatsächlich stammen alle vier Kandidaten aus der Airline-Industrie.

Zweiervertretung für Hedgefonds

Die Hedgefonds haben sich gemäss dem Communiqué mit den Vorschlägen einverstanden erklärt und sich verpflichtet, für alle Kandidaten zu stimmen, auch für die drei Bisherigen. Einer der Bisherigen ist Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid, den die Hedgefonds zuerst absetzen wollten. Die Generalversammlung findet am 16. April statt.

Damit scheint der Machtkampf um die Vorherrschaft beim Airline-Caterer beigelegt. Seit Anfang März läuft ein Hin und Her um die Besetzung des Gategroup-Verwaltungsrats. Die Hedgefonds RBR Capital und Cologny, die mit rund 11 Prozent Aktienanteil die grössten Gategroup-Aktionäre sind, hatten zunächst die Mehrheit im Gremium gefordert.

Langes Hin und Her

Der Verwaltungsrat Gategroup lehnte diese jedoch nach erfolglos verlaufenen Gesprächen mit den Hedgefonds ab und präsentierte seinerseits drei neue Kandidaten. Die Hedgefonds lancierten daraufhin einen Kompromissvorschlag - sie forderten nur noch drei eigene Vertreter im Verwaltungsrat. Jetzt haben sie sich mit Gategroup auf eine Zweiervertretung geeinigt.

Der Verwaltungsrat gehe davon aus, dass dieser Vorschlag auch die Zustimmung einer Mehrheit der Aktionäre erhalten werde, heisst es in der Mitteilung. Er stelle sicher, dass der Verwaltungsrat von Gategroup die richtige Grösse habe und alle Kompetenzen vereinige, die für die nachhaltige Entwicklung nötig seien.

Wechsel in Firmenleitung

Die beiden Hedgefonds streben bei Gategroup eine Restrukturierung an, weil das Unternehmen ihrer Ansicht nach schlecht geführt wird und darum zu wenig Ertrag abwirft. Angesichts des zunehmenden Drucks kam es bereits zu einem Wechsel bei der Firmenleitung: Xavier Rossinyol löste Ende März Konzernchef Andrew Gibson ab.

Die ehemalige Swissair-Tochter kämpft seit einiger Zeit mit Problemen im rückläufigen und darum besonders wettbewerbsintensiven Europageschäft. 2012 hatte das Unternehmen darum bereits eine umfassende Restrukturierung eingeleitet.

(sda/gku)

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