Jan-Egbert Sturm ist stolz. Der Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (Kof) bekam den Zuschlag des deutschen Wirtschaftsministerium, um sich zusammen mit dem Münchner Ifo an der Gemeinschaftsdiagnose zu beteiligen. Dieser Bericht erscheint halbjährlich und enthält die Diagnosen von vier Parteien zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands.

«Die Kof hat in der Schweiz einen exzellenten Ruf. Der prestigeträchtige Auftrag aus Deutschland ist nun die Anerkennung für unsere Aktivitäten im Ausland», kommentiert Sturm. Aufgrund der Nähe der Schweiz zu Deutschland und der wirtschaftlichen Verflechtung habe die Kof einen besonderen Fokus auf Deutschland. Die Zusammenarbeit mit dem Ifo steigert das Image der Kof im Ausland. Daneben ortet Sturm weiteres Potenzial: «Mit dem Auftrag aus Deutschland wird es leichter, Wissen zu ökonomischen Prognosen auszutauschen.» Die Schweiz bleibe im Zentrum der Kof-Analysen, man profitiere aber von den zusätzlichen Erfahrungen aus Deutschland.

Kein Zuschlag für Basler Institut

Im Gegensatz zur Kof ist Bak Basel Economics leer ausgegangen. Das Institut hat sich mit dem renommierten britischen Institut Oxford Economics beworben. Als ausländische Gruppe erhoffte man sich, die Rolle desjenigen spielen zu dürfen, der den Aussenblick liefert. Das Wirtschaftsministerium berücksichtigte noch zwei deutsch-österreichische Bewerbungen sowie das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW), das älteste der deutschen Forschungsinstitute.

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