Der weltgrösste Personalvermittler Adecco ist im vierten Quartal 2014 schwächer gewachsen als in den Abschnitten davor. Nach 5 Prozent in den ersten beiden Quartal und 4 Prozent im dritten erreichte das organische Wachstum in den Monaten Oktober bis Dezember lediglich noch 2 Prozent. Der Umsatz in dieser Periode wird mit 5,17 Milliarden Euro ausgewiesen, was in der Berichtswährung Euro einem Plus von 4 Prozent entspricht.

Trotz dem Abfallen im vierten Quartal hat die Konjunkturerholung in Teilen Europas und den USA den Konzern im vergangenen Jahr klar angeschoben.

638 Millionen Gewinn

Der Gewinn stieg 2014 um 14 Prozent auf 638 Millionen Euro, wie die Gesellschaft mitteilte. Sorgenkind bleibt der grösste Einzelmarkt Frankreich, wo Adecco fast ein Viertel seiner Erträge erzielt. Der Umsatz fiel mit 20 Milliarden Franken um vier Prozent höher aus als im Jahr zuvor. Adecco sieht sich auf Kurs, 2015 die angepeilten Finanzziele zu erreichen.

Nach Regionen beziehungsweise Ländern schloss Adecco umsatzmässig im vierten Quartal vor allem in Iberien mit +19 Prozent und Italien mit +10 Prozent stark ab, und auch die Schwellenländer wuchsen bereinigt um 10 Prozent. Zudem legte der zweitgrösste Markt Nordamerika organisch um +7 Prozent zu. Im nach wie vor grössten Markt Frankreich fiel der Umsatz allerdings um 5 Prozent. Der Industriebereich, der 85 Prozent des Umsatzes ausmacht, fiel um 3 Prozent, wobei die Schwäche im Bausektor sich fortgesetzt habe.

Die Bruttomarge stieg in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahresquartal um 60 Basispunkte (BP) auf 18,9, wie das Unternehmen mitteilte. Das Temporär-Business trug dazu 40 BP bei. Der Konzern legt den Fokus auch weiter auf die Kosten (SG&A). Diese waren ohne Restrukturierungskosten (23 Millionen Euro im Q4) und in konstanten Währungen 2 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der Feststellen stieg dabei im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent.

Stärkstes viertes Quartal der Geschichte

Die operative Marge (Ebita) (vor Restrukturierungskosten) erreichte 5,3 Prozent und war damit im Vorjahresvergleich um 50 BP höher. Dies entspreche dem stärksten vierten Quartal der Geschichte. Der Ebita selbst erreichte 272 Millionen Euro (+13 Prozent zu konst. Währungen) vor bzw. 249 Millionen Euro (+11 Prozent) nach den Einmalkosten. Beim Reingewinn ergab sich ein Plus auf 185 Millionen von 174 Millionen Euro.

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Insgesamt hat Adecco die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) erreicht, wobei sie beim Gewinn relativ klar übertroffen wurden. Die Spezialisten rechneten mit einem Umsatz von 5,2 Milliarden, einem adjustierten Ebita von 265 Millionen und einem Reingewinn von 161 Millionen Euro.

Gesamtumsatz klettert auf 20 Milliarden

Im Gesamtjahr 2013 hat Adecco einen Umsatz von 20 Milliarden Euro (+4 Prozent organisch), einen Ebita (ausgewiesen) von 928 Millionen Euro (+15 Prozent) sowie einen Reingewinn von 638 Millionen Euro erzielt. Aufgrund der Zahlen soll die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr laut Verwaltungsratsantrag leicht auf 2,10 von 2 Franken erhöht werden (+5 Prozent).

«Trotz ziemlich gemischter Bedingungen haben wir gezeigt, dass wir uns gut an Veränderungen anpassen können, und haben eine erneut starke Performance erzielt», sagte Konzernchef Patrick De Maeseneire in der Mitteilung.

Ausblick bestätigt - kleine Übernahme in Kanada

Im Ausblick bestätigt das Adecco-Management einmal mehr das Ziel einer Ebita-Marge von über 5,5 Prozent im laufenden Jahr 2015. Hintergrund dieser Prognose ist, dass Adecco mit einem Anziehen der globalen Wirtschaft rechnet. Seit Anfang Jahr sei schon einmal ein positiver Trend in Europa und Japan zu beobachten gewesen, heisst es in der Mitteilung. Der Umsatz habe in der Folge im Januar und Februar bereinigt um 4 Prozent gesteigert werden können.

Optimistisch ist das Unternehmen auch, weil es sich bei der Kostenkontrolle auf Kurs sieht. So würden die Verwaltungskosten im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal 2014 nur leicht ansteigen.

Ausserdem gibt Adecco die Übernahme der kanadischen Firma Knightsbridge Human Capital Services bekannt. Es handle sich dabei um den kanadischen Marktführer für Karriereentwicklung und Talententwicklung. Knightsbridgte hat laut den Angaben 2014 einen Umsatz von 56 Millionen kanadischen Dollar erzielt.

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(awp/reuters/chb/ama)