Ein gezieltes Kostenmanagement sowie eine intensive Marktbearbeitung haben im österreichischen Transport- und Logistikkonzern dafür gesorgt, dass das Krisenjahr 2009 erfolgreich bewältigt werden konnte. Nach ersten Angaben erreichte der Umsatz ein Volumen von 830 Mio Euro, das sind 15,7% weniger als im Jahr 2008. Das Unternehmen steht mit einer stabilen Eigenkapitalquote auch weiterhin auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis. «Die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten mit einem Rückgang von 10% in der weltweiten Produktion ist auch an Gebrüder Weiss nicht spurlos vorübergegangen. Eine gesunde wirtschaftliche Basis und die Stabilität des Konzerns ermöglichen es uns aber, weiterhin auf hohem Qualitätsniveau zu agieren, nachhaltig zu investieren und so die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen», stellt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niessner fest.

«Wir haben den langfristigen Investitionskurs in Logistikanlagen und Mergers & Acquisitions beibehalten und konnten unsere Mitarbeiterzahl mit 4461 Personen an weltweit 137 Standorten fast auf Vorjahresniveau halten. Positiv zu werten ist auch, dass sich 2009 die Zahl der Auszubildenden gegenüber 2008 im Konzern um 3% auf 175 Personen erhöht hat», ergänzt Finanzvorstand Wolfram Senger-Weiss. Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin über 50%. Die Unternehmensinvestitionen erreichten 2009 rund 30 Mio Euro. Der Cashflow blieb 2009 zwar unter den Werten der Vorjahre, liegt jedoch weiterhin höher als die getätigten Investitionen.

Erweitertes Netzwerk

Das Geschäftsjahr 2009 war geprägt von wichtigen Investitionen in Mittel- und Osteuropa. In Südosteuropa setzte Gebrüder Weiss mit der Übernahme des Speditions- und Logistikunternehmens Eurocargo in Serbien, der Fertigstellung des 15-Mio-Euro-Terminals in Bukarest und dem ersten eigenen Standort in Mazedonien weitere Schwerpunkte. Ausserdem erfolgte im slowakischen Senec der Spatenstich für den Bau des neuen Logistikterminals, der noch im laufenden Jahr fertiggestellt werden soll.

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In Österreich hat Gebrüder Weiss mit der Inbetriebnahme des neuen 8,5-Mio-Euro-Logistikterminals in Maria Saal die notwendigen Kapazitäten geschaffen, um führender Logistikanbieter in Kärnten zu werden. In Vorarlberg wurde das ehemalige BUG-Alu-Gebäude in Kennelbach übernommen, in dem seit Mitte 2009 mehr als 140 Mitarbeiter der Zentrale tätig sind.

Ein wichtiger Expansionsschritt für Gebrüder Weiss ist die Beteiligung an der Spedition Diehl in Baden-Württemberg im Januar dieses Jahres. Mit der Minderheitsbeteiligung sichert sich das Unternehmen wichtige Marktanteile in der Region und stärkt gleichzeitig das strategische Bündnis der System Alliance Europe (SAE). «Mit den Investitionen im vergangenen Jahr knüpfen wir unser Netzwerk noch enger und setzen unseren Weg zum nachhaltigen Logistiklösungsanbieter in Mittel- und Osteuropa konsequent fort», erklärt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niessner.

Gebrüder Weiss hat dieses Jahr nicht nur die eignenen Strukturen optimiert, sondern sich auch intensiv mit der Zukunft auseinandergesetzt. Die daraus resultierenden Konzepte werden nun Schritt für Schritt in den nächsten Jahren umgesetzt. Dabei wird permanent nach innovativen Lösungen gesucht, um die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte im Transportbereich sinnvoll zu verbinden. Ein Beispiel dafür ist der Orange Combi Cargo, eine multimodale Transportlösung, die seit 2008 jährlich 9000 t CO2 einspart. Der Gebrüder Weiss-Paketdienst bietet in der Mehrzahl der österreichischen Bundesländer die Dienstleistungen von DPD an. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz des Paketdienstes 119,2 Mio Euro. Als besonders erfreulich wird die positive Entwicklung im Consulting-Bereich bezeichnet.

Neue Standorte in Asien

Lösungen von inet-logistics und das Beratungsangebot der Logistik-Consultingfirma x|vise haben sich 2009 positiv entwickelt. Die beiden Tochterfirmen erwirtschafteten zusammen einen Umsatz von 8,2 Mio Euro. Mit der Branchenlösung tectraxx, dem Anbieter von Logistiklösungen für die Elektro-/Elektronik-Branche, erzielte Gebrüder Weiss einen Umsatz von 13,2 Mio Euro und verbesserte damit den Vorjahreswert deutlich.

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Heinz Senger-Weiss, Air & Sea-Vorstand, zeigt sich mit den Entwicklungen in seinem Bereich unter den stark veränderten Marktbedingungen in der internationalen Luft- und Seefracht zufrieden: «Der konsolidierte Umsatz von Gebrüder Weiss Air & Sea inklusive Joint Ventures mit dem Partner Röhlig betrug 2009 rund 212 Mio Euro.»

Die Basis dafür bildet die stete Erweiterung des globalen Netzwerks. Im vergangenen Jahr wurden die Strukturen und das Know-how vor allem in Indien wesentlich ausgebaut und damit die Schlagkraft deutlich erhöht. Nach dem Einstieg bei Tricon Shipping und der Umbenennung in Weiss-Röhlig India ist Gebrüder Weiss auf dem Subkontinent nun mit 15 Standorten vertreten und deckt einen der wichtigsten Wachstumsmärkte in Asien ab.