Seit sieben Jahren befindet sich die Güterverkehrstochter der BLS in einem unveränderten Aufwärtstrend. BLS Cargo – 2001 gegründet - steigerte die Leistungen im Alpentransit durch die Schweiz um 4,5% und hält hierbei einen Marktanteil von rund 40%. Das Geschäftsjahr schliesst mit einem finanziellen Rekordergebnis ab. Basis dieses Erfolges ist das Geschäftsmodell von BLS Cargo mit ihrer Einbindung in internationale strategische Partnerschaften. Das Unternehmen steigerte 2007 die Verkehrsleistung gesamthaft um 3% auf 3341,8 Mio Netto-Tonnenkilometer (Ntkm). Im Transitgeschäft, das rund 96% der Leistungen von BLS Cargo ausmacht, erhöhte sich die Verkehrsleistung sogar um 4,5%. Insgesamt ist der Verkehr von BLS Cargo 2007 moderater gewachsen als in den Vorjahren.

Gotthard schlägt Lötschberg

Nach sechs Jahren des ausgeprägten Wachstums (durchschnittlich 39% pro Jahr), in denen BLS Cargo stark in den Aufbau neuer Geschäftsfelder investiert hatte, wurde 2007 eine bewusste Phase der Konsolidierung vorgenommen. Damit konnte die operative Kompetenz und die Wettbewerbsfähigkeit von BLS Cargo weiter gestärkt werden. Im Unbegleiteten Kombinierten Verkehr vermochte BLS Cargo, die Verkehrsleistung um gesamthaft 1% auf 1762 Mio Ntkm zu steigern. Erstmals in der Firmengeschichte wuchs die Verkehrsleistung auf der Gotthardachse stärker als auf der Lötschbergachse. Grund dafür war der intensivere Ausbau des Angebotes in Kooperation mit Railion Deutschland am Gotthard auch für Kunden des Unbegleiteten Kombinierten Verkehrs.

Im Begleiteten Kombinierten Verkehr führte BLS Cargo im Auftrag der RAlpin AG die Züge der Rollenden Autobahn von Freiburg im Breisgau (D) nach Novara (I). Fehlende Wagenkapazitäten drückten auf die Entwicklung der Rollenden Autobahn im Jahr 2007, weshalb die Verkehrsleistung auf dem Vorjahresniveau von 627 Mio Ntkm verharrte. Gesamthaft fuhr BLS Cargo im vergangenen Jahr rund 5000 Züge der Rollenden Autobahn mit einer Zugsauslastung von 91.5%.

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Im konventionellen Wagenladungsverkehr blickt man vor allem bei den Zügen im Transit durch die Schweiz auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Das Unternehmen steigerte die Verkehrsleistung am Lötschberg um 5% auf 483 Mio Ntkm und am Gotthard sogar um 36% auf 349 Mio Ntkm. Im Import- und Exportverkehr musste BLS Cargo allerdings mit –31% einen deutlichen Rückgang der Verkehrsleistungen hinnehmen. Der Rückgang stammt vorwiegend aus den Mineralöltransporten im Import/Export in der Ostschweiz, bei denen neue Anbieter stark in den Wettbewerb eingetreten sind.

BLS Cargo steigerte den betrieblichen Gesamtertrag um 3,2% auf 191,7 Mio Fr. Das Betriebsergebnis Ebit (nach Abschreibungen, vor Zinsen) beträgt 13,5 ( 9,4) Mio Fr. Der Gewinn stieg auf 14,9 (10,9) Mio Fr. Diese Gewinnsteigerung wurde ermöglicht durch die ausserordentlich günstige konjunkturelle Situation und durch den positiven Effekt des starken Euro-Kurses. Im Berichtsjahr investierte BLS Cargo in zehn neue Mehrsystemlokomotiven, die zu einem bedeutenden Teil aus Eigenmitteln finanziert wurden.

Nein zu einer Fusion

BLS Cargo blickt mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen und Diskussionen im Zusammenhang mit der Situation von SBB Cargo. Der Schienengüterverkehr ist in den letzten Jahren sowohl in der Schweiz als auch im Ausland liberalisiert worden. BLS Cargo hat sich in diesem Umfeld in voller Transparenz und im Einklang mit den Eignern strategisch positioniert und darauf das Geschäftsmodell ausgerichtet. Den politisch eingebrachten Vorschlag einer Fusion mit SBB Cargo lehnt die BLS AG ab. Sie würde durch die unterschiedlichen Strategien keine Synergien bringen und das erfolgreiche Geschäftsmodell von BLS Cargo mit ihren internationalen Partnerschaften untergraben. Zudem wäre eine Fusion aus wettbewerbsrechtlichen Gründen kaum haltbar. Die Marktöffnung, welche zum Wettbewerb zwischen den Bahnen geführt hat, lässt sich nicht rückgängig machen.

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