Die zumeist kleinen und mittelgrossen Unternehmen der Schweizer Verpackungsindustrie haben im vergangenen Jahr gut gearbeitet. Die rund 240 in der Statistik des Branchenverbandes Schweizerisches Verpackungsinstitut (SVI) erfassten Betriebe setzten 6,5 Mrd Fr. um. Das entspricht einem Zuwachs von 3,3% im Vergleich zum Vorjahr.

Angesichts der letztes Jahr eingetretenen Verschlechterung der weltweiten Wirtschaftslage kam die Schweizer Verpackungswirtschaft 2008 übers Ganze gesehen noch weitgehend mit einem blauen Auge davon. Einzig in den stark auf den Export ausgerichteten Bereichen wirkte sich die rapide Verschlechterung des Geschäftsganges gegen Ende 2008 bereits aus. Dies betraf vorwiegend die Verpackungsmaschinen und Holzverpackungen für industrielle Güter, bei denen die Schweizer Wirtschaft traditionell eine international starke Stellung einnimmt. Umsatzmässig am stärksten zu expandieren vermochten die Verpackungssegmente Kunststoff, Glas und Stahlblech.

Weniger rosige Aussichten

Die sehr heterogene Verpackungsbranche verkauft ihre Produkte zu 70% an die abpackenden Konsumgüterproduzenten aus den Bereichen Pharma, Kosmetika, Getränke, Nahrungsmittel. Die restlichen 30% entfallen auf den Industriesektor. Auch wenn sich die Branche in einer mehr oder weniger robusten Verfassung befindet, kann sie sich der rezessiven Wirtschaftsentwicklung nicht entziehen. Nach stabilen Jahren der Hochkonjunktur rechnet die Industrie mit einer verhaltenen, unsicheren Entwicklung. «Es ist davon auszugehen, dass die Schweizer Verpackungswirtschaft nach starken Jahren diese Abschwächung mitmachen dürfte», sagt SVI-Direktor Wolfgang Durrer.

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Dies nicht nur wegen des Einbruches beim Export. Zunehmend sind auch konsumnahe Teile der Wirtschaft wie Food, Kosmetik und Luxusgüter betroffen, welche die Zurückhaltung im Einkauf und die absehbare Schwäche im Arbeitsmarkt zu spüren bekommen. Es wird gespart und weniger konsumiert.

Kaum Zukunftsangst

Generell sei die Unsicherheit gross, die Planbarkeit - auch auf kurze Frist - gering und die Visibilität werde allgemein als unbefriedigend eingestuft, beschreibt der Direktor des Verpackungsinstitutes die aktuelle Situation. Es gebe aber auch Lichtblicke. So werde auch in diesen kritischen wirtschaftlichen Zeiten da und dort investiert, sodass nicht von einer verbreiteten Zukunftsangst ausgegangen werden dürfe.