Deutschlands grösster Handelskonzern Metro hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr wegen des verschlechterten Konsumumfeldes in der Eurozone gesenkt. Statt des bisher angepeilten Gewinns vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderposten auf der Vorjahreshöhe von 2,372 Milliarden Euro stellten die Düsseldorfer lediglich ein Ebit von rund 2 Milliarden Euro in Aussicht.

Metro hält allerdings an dem Ziel fest, den Vorjahresumsatz von 66,7 Milliarden Euro zu übertreffen. In einem freundlichen Marktumfeld sackten sie zuletzt um 8,21 Prozent auf 21,635 Euro ab, während der MDax um 1,25 Prozent stieg.

Dies sei nach Dezember 2011 bereits die zweite Gewinnwarnung von Metro binnen eines Jahres, kommentierte ein Analyst die neuen Unternehmensziele. Ihn habe gewundert, warum das Management diese nicht bereits bei der Zahlenvorlage zum zweiten Quartal reduziert habe.

Neben dem Konjunkturumfeld sei vermutlich die Grösse der Filialen ein Belastungsfaktor. Aufgrund der dadurch hohen Fixkosten leide Metro stärker unter dem wachsenden Anteil des Online-Geschäfts.

Analyst: Hauptproblem bei der Tochter Media-Saturn

Ein weiterer Analyst sieht das Hauptproblem bei der Tochter Media-Saturn. Offenbar werde weiter in die Preise investiert. Gleichzeitig schienen die Investitionen für das kommenden Jahr reduziert zu werden, was sich negativ auf das mittelfristige Wachstum auswirken könnte. Die Ebit-Erwartungen des Marktes dürfte nun für 2012 und 2013 um gut zehn Prozent sinken.

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Insgesamt seien die Aktien zwar nicht sonderlich hoch bewertet, allerdings sei die Warnung ein weiterer Rückschlag für das Management. Daher könnte der Kurs durchaus wieder unter 20 Euro sinken.

Das Unternehmen begründet die neue Prognose mit der steigenden Arbeitslosigkeit in der Eurozone sowie mit dem verschärften Konsolidierungskurs zur Eindämmung der Staatsschuldenkrise. Trotz eingeleiteter Massnahmen zur Umsatz- und Effizienzsteigerung werde der Geschäftsverlauf insbesondere in Süd- und Teilen Osteuropas spürbar beeinträchtigt.

«In vielen Ländern haben sich in den vergangenen Wochen die Bedingungen für unsere Kunden und damit auch für unser Geschäft deutlich verschlechtert. Dies hat zu einer noch grösseren Konsumzurückhaltung insbesondere bei Nichtlebensmitteln wie zum Beispiel Unterhaltungselektronik geführt», sagte Vorstandschef Olaf Koch.

Quartalszahlen Ende Oktober

Das Unternehmen will Ende Oktober Zahlen für das dritte Quartal 2012 vorlegen. Im zweiten Quartal hatte Metro durch Sondereffekte in dreistelliger Millionenhöhe einen Verlust von 28 Millionen Euro geschrieben. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm um 2,5 Prozent auf 314 Millionen Euro zu.

(vst/aho/awp)