WIRTSCHAFTSPRÜFUNG. Nun soll alles besser werden: Spätestens zum Jahresende sind alle Wirtschaftsprüfer und Revisionsgesellschaften bei der neuen Aufsichtsbehörde in Bern registriert. Über 10000 Gesuche von natürlichen und juristischen Personen kommen auf den Prüfstand. Die Erwartungen an die unabhängige Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) sind entsprechend hoch.

Zunächst einmal wird damit gerechnet, dass sich unter dem scharfen Blick der Aufsichtleute die Spreu vom Weizen trennt. Schwarze Schafe sollten in der Branche bedeutend weniger auftauchen als früher. Schliesslich muss jeder Antragsteller über eine minimale Qualifikation verfügen, damit er künftig die immer anspruchsvollere Revisionstätigkeit ausüben kann. Mit Schmalspur-Lehrgängen kommt ein potenzieller Wirtschaftsprüfer nicht mehr zum Ziel. Das ist gut für den Berufsstand. Je höher die Latte bei den Anforderungen liegt, umso mehr profitiert das Accounting insgesamt. Im War for Talents, bei dem sich renommierte Wirtschaftszweige, wie Banken und Versicherungen, um die besten Hochschulabgänger streiten, haben die Revisionsgesellschaften jüngst klar Terrain gutgemacht. Mit dem Sponsoring von Accounting-Lehrstühlen an verschiedenen Schweizer Universitäten wurden hoch qualifizierte Professoren angelockt. Das angestaubte Image vom Buchhalter mit den Ärmelschonern ist defintiv weg. Heute wird der Wirtschaftsprüfer mit einem smarten Spezialisten in allen Fragen des Accounting gleichgesetzt. Das eröffnet den Berufseinsteigern gute Chancen in der Wirtschaft. Kein Zweifel: Junge Leute mit Erst- oder Zusatzausbildungen in der Rechnungslegung sind gefragt. Allein schon der rasche Wandel bei den Regelwerken, allen voran IFRS, verlangt nach Kennern der Materie. Die grossen Revisionsgesellschaften investieren heute zweistellige Prozentsätze vom Umsatz in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Das ist gut eingesetztes Geld. Nur wer über das neueste Wissen im Accounting verfügt, kann professionell beraten und revidieren. Die neuen Rechnungslegungsstandards nach dem Grundsatz von «true and fair» bringen mehr Transparenz in die Unternehmenslandschaft. Sie verlangen aber gleichzeitig nach einem Betreuungsstab, der sich nicht mehr wie früher hinter «stillen Reserven» in der Rechnunsablage verbergen kann. Die Revisionsaufsichtsbehörde ist in diesem Qualitätswettlauf nun das Pünktchen aufs i. Die Bewährungsprobe steht der öffentlich-rechtlichen Anstalt mit einem kleinen Beamtenstab allerdings erst noch bevor.