Mit einem Lagersortiment von über 20 000 Artikeln, welche dem Installateur schweizweit innert Tagesfrist zur Verfügung stehen, zählt die Tobler Haustechnik AG mit Sitz in Urdorf zu den führenden Lieferanten von Produkten und Systemen für Heizung und Sanitär in der Schweiz. Entsprechend anspruchsvoll ist die dafür notwendige Logistik. Durch den unternehmerischen Erfolg und das stetige Wachstum der vergangenen Jahre stiess die Logistik der Firma Tobler immer mehr an ihre Grenzen. Um diese Situation nachhaltig und langfristig zu optimieren und als Grundstein für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens, nahm Tobler ab Januar 2010 etappenweise ein neues Zentrallager in Betrieb. Das neue Logistikkonzept erlaubt Tobler eine markante Ausweitung des Sortiments sowie eine weitere Verbesserung für ihre Kundschaft.

Mit den Tobler-Marchés baute das Grosshandelsunternehmen seit 2000 ein schweizweites Netz an regionalen Abholshops für das Installationsgewerbe auf. Gleichzeitig wurde ein neues Logistikkonzept eingeführt, und die damaligen zwölf regionalen Lager wurden auf sechs Logistikstandorte reduziert. Ein Schritt, der die Logistikeffizienz und die Lieferfähigkeit markant erhöhte. Das damalige Konzept ging von einem Umsatz von 250 Mio Fr. aus. Im Finanzjahr 2008 lag der Umsatz bei über 380 Mio Fr. - eine erfreuliche Entwicklung, die allerdings Toblers Logistik empfindliche Engpässe bescherte. Es wurden Lagerkapazitäten zugemietet, um innerhalb der erwarteten Fristen lieferfähig bleiben zu können. Ein erster Schritt in Richtung Zentralisierung war 2006 die Eröffnung eines zentralen Lagers für Rohre und Fittings in Pratteln. Um die Logistik langfristig neu zu gestalten, wurde bereits im Jahr 2005 die Entwicklung einer neuen Logistikstrategie in Angriff genommen. Als Ergebnis wurde das Projekt «Swisswind» zur Transformation der Logistik ins Leben gerufen und der Zeitpunkt für dessen Einführung auf den Jahreswechsel 2009/2010 festgelegt.

Neues Logistikkonzept

Das neue Logistikkonzept setzt klar auf Zentralisierung. Nach dem erfolgreichen Projektabschluss wird jetzt die gesamte Schweiz - mit Ausnahme des Tessins, das ein eigenes, erweitertes Logistikcenter behält - aus dem neuen Zentrallager Däniken bedient. Um die erforderlichen Lieferzeiten schweizweit sicherzustellen, erfolgt die Belieferung der Kundschaft nebst ab Däniken auch ab verschiedenen Verteilplattformen, die mit dem Zentrallager über ein Shuttlesystem verbunden sind. Die Transporte zum Kunden bleiben wie heute in Tobler-Hand, denn die hauseigene Transportorganisation bietet gute Voraussetzungen für eine intensive Kundenbeziehung. Durch das ständig zunehmende Bestellvolumen der vergangenen Jahre erhielt die Kundschaft ihre Bestellung immer häufiger in der Form von Teillieferungen aus verschiedenen Standorten.

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Mit der Einführung des neuen Logistikkonzepts gibt es jetzt für die deutsche und französische Schweiz nur noch eine einzige Quelle. Durch die zentrale Lagerhaltung können auch seltener bestellte Artikel ins Sortiment aufgenommen werden. Die Kundschaft profitiert von dieser Verbreiterung und Komplettierung des Sortiments, das dem Installateur am Folgetag seiner Bestellung an sein Domizil oder direkt auf die Baustelle geliefert wird. Auch nach der Zentralisierung der Logistik bleibt die Nähe zum Kunden im Fokus: Die regionalen Verkaufsstützpunkte, die sogenannten Regionalcenter, werden gestärkt und das schweizweite Netz der Abholshops für den Installateur, der ToblerMarchés, wird weiter in der Fläche verdichtet.

Ehrgeiziges Projekt

Um das Projekt «Swisswind» realisieren zu können, brauchte es einen geeigneten Standort. Diesen fand Tobler im ehemaligen Postverteilzentrum Däniken im schweizerischen Mittelland. Das Gebäude - es misst in seiner gesamten Länge 256 m und in seiner Tiefe 105 m - wurde bis Ende 2009 zum neuen Zentrallager umgebaut. Nun lagern auf drei Stockwerken und auf insgesamt fast 35 000 m2 Lagerfläche über 2,0Mio Artikel aus allen Bereichen der Haustechnik (Heizung, Sanitär, Lüftung, Klima und Isolation). Mehr als 10 000 Auftragszeilen werden an Saisontagen verarbeitet. Der Inbetriebnahme vorausgegangen war ein aufwendiger Umbau mit dem Einbau neuer Warenlifte und Treppenhäuser, dem Umbau des ehemaligen über 100 m langen Postbahnhofs zur grossräumigen Lagerhalle für grosse Güter sowie dem Einbau der umfangreichen Lager- und Fördertechnik.

Nicht minder komplex gestaltete sich die Einführung des Lagerverwaltungssystems. Das SAP-System mit einer Zusatzapplikation ermöglicht das beleglose Arbeiten mit modernen Handscannern. Über 100 Funkmodule mussten über das ganze Gebäude verteilt werden, um eine reibungslose Funkverbindung mit den Handscannern sicherzustellen. Nach der Inbetriebnahme des Zentrallagers im Dezember 2009 wurden die bestehenden Standorte nach und nach in die neue Logistikstruktur übergeführt.