Zu den Spezialitäten des Hauses Kornfeld gehört traditionell der deutsche Expressionismus. Eines der wichtigsten Bilder im Angebot ist «Drei Badende im Wasser» von Otto Mueller, Leimfarben auf Rupfen, entstanden um 1913. Es handelt sich hierbei um ein tadellos erhaltenes, grossformatiges Hauptwerk aus der späten «Brücke»-Zeit (Schätzpreis auf Anfrage).

Von Emil Nolde stammen die «Mädchen im Garten», geschaffen 1915, in Öl auf Leinwand und farbfrisch in der Erhaltung (800000 Fr.) sowie das 70 x 56 cm grosse Bild «Mutter und Kind» von 1913 (500000 Fr.). Nolde hat die Beziehung zwischen Mutter und Kind auffallend häufig behandelt, allein im Jahr 1914 sind sechs Ölbilder zu diesem Thema entstanden.

Max Ernst ist mit fünf Gemälden vertreten, alle aus Schweizer Privatbesitz. Vier davon, alle in Öl auf Leinwand, wurden von einem Zürcher Sammler direkt beim Künstler erworben und sind somit erstmals auf dem Markt. Darunter befindet sich die wichtige grossformatige Variation über das Thema «Windsbraut» aus dem für den Surrealismus sehr wichtigen Jahr 1928 mit einer Schätzung von 700000 Fr.

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Prominent vertreten ist auch die Schweizer Künstlerfamilie Giacometti: Von Alberto stammt der Bronzeguss «Tête de Diego sur Socle» von ca. 1950, gegossen 1959 (Schätzpreis 750000 Fr.), Augusto Giacometti ist mit dem wichtigen Ölbild «Der Friede» von 1915 vertreten, welches zu den bedeutendsten Werken in tachistischer Malweise zählt (Schätzpreis auf Anfrage). Entstanden im zweiten Kriegsjahr, stellt es ­ mit starken Abstraktionstendenzen im Bildaufbau ­ eine Gruppe von jungen Menschen dar und versinnbildlicht die damalige Friedenssehnsucht.

Ein Kernstück der Auktion bildet eine bedeutsame Gruppe von Aquarellen, Zeichnungen und Grafiken von Paul Klee, alle in der ursprünglichen Montage des Künstlers und von bester Provenienz.

Ein Spezialkatalog ist der Auktion «Käthe Kollwitz, Sammlung Lotar Neumann» gewidmet, bestehend aus Zeichnungen, Grafikblättern, Skulpturen und Autographen. Die hauptsächlich in den 60er Jahren zusammengetragenen Werke bilden die umfassendste Privatsammlung, die dieser Künstlerin gewidmet ist. Mit der 192 Nummern umfassenden Spezialauktion kommt wohl eine der letzten Kollwitz-Sammlungen mit einer Anzahl wichtiger Zeichnungen und Grafiken zur Versteigerung ­ darunter einige von grösster Seltenheit (Laupenstrasse 41, Bern; Vorbesichtigung: 25. Mai bis 2. Juni 2005 in Zürich (Auswahl), 9. bis 15. Juni 2005 in Bern, Auktionen: 16. und 17. Juni 2005).