Die Höhe der Schmiergeldzahlungen steigt und die Anzahl der betroffenen Konzernsparten bei Siemens weitet sich aus. Das Volumen fragwürdiger Barzahlungen und Beraterverträge «liegt deutlich unter dem Betrag der zum Ende des Geschäftsjahres 2006 untersuchten Zahlungen», heisst es in einem Bericht des Konzerns. Damals hatte Siemens die zweifelhaften Transfers auf 420 Mio Euro beziffert.

Nun berichtet die «Süddeutsche Zeitung» («SZ») davon, dass eine von Siemens beauftragte US-Kanzlei auf dubiose Zahlungen von mehr als 1 Mrd Euro gestossen sei. Diese Angaben wollte ein Siemens-Sprecher nicht kommentieren. Neben der Kommunikationssparte Com gerät vor allem der Kraftwerksbereich Power Generation (PG) ins Visier. Vergangene Woche hatte die Wuppertaler Staatsanwaltschaft Büros durchkämmt. Es seien kartonweise Unterlagen sichergestellt worden, sagt ein Behördensprecher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Bestechung von Mitarbeitern einer europäischen Behörde. Laut «SZ» ist die US-Kanzlei bei PG auf schwarze Kassen von 250 bis 300 Mio Euro gestossen.