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Untersuchung
Korruptionsanklage gegen Sepp Blatter ist schwach

Sepp Blatter am Fifa-Kongress im Mai: Der Weltverband hat wenig in der Hand gegen den Chef. Reuters

Die Fifa-interne Anklage gegen Joseph Blatter wegen Korruption ist wenig fundiert. Handfeste Beweise kann die Untersuchungskommission nicht vorlegen. Das zeigen Recherchen der «Handelszeitung».

Von Marc Badertscher
am 09.12.2015

Im Zentrum der Untersuchung der Fifa-Ethikkommission steht eine Zahlung der Fifa an Platini über zwei Millionen Franken im Jahr 2011. Für Fifa-Untersuchungsleiter Robert Torres ist klar, dass diese Zahlung im Zusammenhang mit Blatters Wahl zum Fifa-Präsidenten 2011 stand. «Handfeste und juristisch verwertbare Beweise für den Vorwurf der Korruption finden sich im gesamten Untersuchungsbericht nirgends», sagt eine mit der Sachlage vertraute Person.

Für die Argumentation der Anklage wäre die zeitliche Nähe zwischen der Wahl Blatters 2011 und der Zahlung an Platini wichtig. Doch offenbar gelangte Platini schon mindestens ein Jahr vor Blatters Wahl an die Fifa mit dem Begehren, ihm das angeblich ausstehende Salär nun zu überweisen. Platini konferierte in dieser Sache 2010 mindestens zwei Mal mit Fifa-Finanzchef Markus Kattner. Kattner soll später auch Rückstellungen wegen der Zahlungen an Platini gemacht haben.

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