Eine unabhängige Stiftung des niederländischen Telekomanbieters KPN blockiert die geplante Übernahme durch den mexikanischen Konkurrenten America Movil.

Die Stiftung teilte mit, Optionen zum Kauf von KPN-Vorzugsaktien ausgeübt zu haben. Daraufhin gab der KPN-Grossaktionär America Movil bekannt, das niederländische Telekomunternehmen nun vielleicht doch nicht übernehmen zu wollen. Wie aus einer Mitteilung von America Movil hervorgeht, ist der mexikanische Mobilfunkanbieter bereit, sein Vorhaben abzublasen, wenn die Stiftung dagegen sei. 

Insgesamt besitzt die Stiftung jetzt laut Mitteilung fast 50 Prozent der Stimmrechte. Die Stiftung habe auf diese Weise eingegriffen, um die Interessen von KPN und seiner Aktionäre zu schützen. America Movil habe sich vor der Offerte nicht mit KPN beraten, begründete sie den Schritt. In den Niederlanden ist es möglich, dass Stiftungen feindliche Übernahmen blockieren. America Movil und die KPN-Aktionäre können den Schritt vor Gericht anfechten.

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MIlliardär Slim will sieben Milliarden Euro auf den Tisch legen

Der mexikanische Telekomanbieter des Milliardärs Carlos Slim will KPN vollständig übernehmen. Slims Firma hält derzeit einen Anteil von fast 30 Prozent an KPN und hatte kürzlich angekündigt, die Firma für gut sieben Milliarden Euro ganz kaufen zu wollen.

Die Stiftung vertritt die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden. Sie hatte bereits vor einigen Tagen Bedenken angemeldet. Es herrsche Unsicherheit über die Absichten von Slims Unternehmen, argumentierte sie. Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an O2 zu verkaufen.

Die Tochter des spanischen Telefonica -Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zum Branchenprimus vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone aufsteigen.

(sda/moh)