Unter der Leitung des Aargauer Regierungsrates Peter C. Beyeler steckten 2009 prominente Wirtschaftsführer wie Shell-CEO Peter Voser, ABB-Managerin Jasmin Staiblin und Axpo-CEO Heinz Karrer die Köpfe zusammen, um die drohende Stromverknappung in der Schweiz zu diskutieren und mögliche Lösungen aufzuzeigen. Ende 2009 publizierte die Gruppe die Studie «Energie-Strategie 2050». Nun aber wehrt sich ausgerechnet die vereinte Schweizer Energiebranche gegen das Papier: «Man hat sich hier wohl verrannt», sagt Jürg E. Bartlome vom Energieforum Schweiz stellvertretend für die Präsidenten der Strom-, Erdöl- und Erdgasbranche.

Die Verbände werfen der Gruppe um Regierungsrat Beyeler vor, sie ignoriere die zentrale Rolle der Energieverbände bei der Meinungsbildung. «Verbände haben die Kernaufgabe, in ihrer Branche Meinungsbildung zu betreiben», sagt Josef A. Dürr, Direktor des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). «Der Dialog muss künftig breiter abgestützt werden», so Dürr weiter. Regierungsrat Beyeler nimmt die Kritik an der Studie gelassen: Ziel der Studie sei es, die möglichen Strategien im Kampf gegen die Stromknappheit aufzuzeigen, ohne sie «durch Partikularinteressen einseitig zu gewichten». Seine Gruppierung werde ihre Arbeit darum fortführen. Unter Bundespolitikern sei die Studie jedenfalls gut angekommen, so Beyeler.