Die Krankenkasse KPT, die Anfang Jahr von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) wegen eines umstrittenen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms sanktioniert worden ist, ist operativ gut auf Kurs. Der Gewinn fürs Jahr 2011 fiel mit 27,5 Millionen Franken nur rund 1,8 Millionen Frabken tiefer aus als im Jahr davor.

10,1 Millionen Franken des Gewinns stammten aus dem Geschäft mit Grundversicherungen und würden zur Stärkung der Reserven verwendet, teilte die KPT am Freitag mit. Die Reserven seien aber trotz einer 6,3 Prozent höheren Zahl an Versicherten solide und würden über den gesetzlichen Vorschriften liegen.

Die Prämieneinnahmen der KPT beliefen sich 2011 auf 1,39 Milliarden Franken. Diesen standen Versicherungsleistungen von 1,07 Milliarden Franken gegenüber. Zur KPT-Gruppe gehört neben der Stammmarke KPT auch die Krankenkassen Agilia und Publisana.

Für Schlagzeilen gesorgt hat die KPT im Januar, als die Finma zahlreiche Verwaltungsratsmitglieder der Krankenkasse suspendierte und gegen einzelne von ihnen ein Berufsverbot verhängte. Hintergrund der Sanktionen ist die 2010 gescheitere Fusion mit der Sanitas, für welche die KPT Aktien aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm hätte zurückkaufen müssen.

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Den Preis der Aktien hat sie dabei so hoch angesetzt, dass die am Programm beteiligten Manager und Verwaltungsräte exorbitant hohe Renditen erzielt hätten.

Aufgrund der Suspendierung der Verwaltungsratsmitglieder hat die Finma der KPT im Januar für einige Woche einen so genannten Beauftragten mit Organstellung zur Seite gestellt, der bis zur Neubestellung des Verwaltungsrates als oberstes Führungsorgans der KPT waltete.

(muv/chb/sda)