Die Krankenkassenprämien in der Schweiz dürften 2019 durchschnittlich um weniger als drei Prozent ansteigen. Viele junge Erwachsene werden zudem von einer Prämiensenkung profitieren können, wie Santésuisse, am Mittwoch mitteilte.

Ab 2019 können die Krankenversicherer nämlich jungen Erwachsenen im Alter von 19 bis 25 Jahren die Entlastung im Risikoausgleich in Form tieferer Prämien weitergeben. Der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer warnt weiterhin vor steigenden Kosten. Erfolge keine jetzt Korrektur, sei im kommenden Jahr mit einem Kostenanstieg von über drei Prozent zu rechnen.

Für das laufende Jahr zeichnet sich ein geringerer Kostenanstieg bei der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ab als in den Vorjahren, stellt Santésuisse fest. Insgesamt werde aber das Pro-Kopf-Wachstum aller Bruttoleistungen leicht höher sein als 2017.

Massnahmenbündel

Die aktuelle Kostenentwicklung bedeute damit «eine gewisse Atempause». Laut dem Branchenverband muss diese genutzt werden, um Massnahmen zu ergreifen, die das Kostenwachstum langfristig spürbar dämpfen.

Als mögliche Lösungen schlägt Santésuisse unter anderem vor, durch einen jährlichen Auslandpreisvergleich für alle Medikamente deren Preise zu senken. Im ambulanten Bereich könnten Pauschaltarife eingeführt werden und Spitäler sollten sich zugunsten höherer Qualität vermehrt spezialisieren. Ausserdem sollte die Selbstverantwortung der Versicherten gestärkt werden, indem die Mindestfranchise massvoll erhöht und eine Gebühr für Bagatellfälle im Spitalnotfalldienst eingeführt würden.

Gesundheitskosten 2017 unter langjährigem Schnitt

Im Jahr 2017 seien die Gesundheitskosten pro Person in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit einem Anstieg von 1,7 Prozent unter dem langjährigen Schnitt geblieben, schreibt Santésuisse weiter.

Die Pro-Kopf-Kosten seien dabei bei den stationären Spitalleistungen um 3,1 Prozent gesunken. Erklären lässt sich dies durch einen höheren Kostenanteil der Kantone und gleichzeitig würden immer mehr Leistungen ambulant, statt stationär erbracht.

Erfreulich ist nach Ansicht von Santésuisse auch, dass die Zahl der Konsultationen in Arztpraxen nahezu konstant geblieben ist. Weil aber die Kosten pro Konsultation zugenommen haben, resultierte bei den ambulant tätigen Ärzten 2017 ein Kostenanstieg um 2,7 Prozent. Der Verband kritisiert, dass die fehlende Preisüberprüfung der Medikamente sich in einem Anstieg der Medikamentenkosten pro Kopf um 4,6 Prozent niedergeschlagen habe.

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(sda/mlo)