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Kritik
Krankenkassen tricksen bei Comparis

CSS und Co.: «Unstatthafter» Trick bei Comparis.  Keystone

Krankenversicherer wie CSS, Sanitas und Supra bieten über Comparis nur Versicherungen mit hohem Selbstbehalt an. Das Bundesamt für Gesundheit kritisiert das Vorgehen, kann aber nichts dagegen machen.

Veröffentlicht am 03.08.2014

Wer beim Internetvergleichsdienst Comparis den Prämienvergleich mit der tiefsten Franchise von 300 Franken macht, kann bei bestimmten Krankenkassen wie der CSS, Sanitas und Supra keine Offerte für einen Versicherungsabschluss bestellen. Anders sieht es aus, wenn man die höchste Franchise von 2500 Franken eingibt – plötzlich vermehren sich die Offertangebote. Das zeigen Recherchen der «Schweiz am Sonntag».

Offensichtlich sind für diese Kassen also nur Versicherte mit hohem Selbstbehalt interessant, das heisst im Normalfall gesunde Menschen. Mit ihrem Trick verstiessen die Krankenkassen gegen den Geist des Krankenversicherungsgesetzes, hält das Bundesamt für Gesundheit (BAG) fest. Das Gesetz verpflichtet die Versicherer, jede versicherungspflichtige Person aufzunehmen.

Dem Bund sind die Hände gebunden

Zudem müssen sie allen versicherungspflichtigen Personen alle Franchisen und alle Versicherungsmodelle, die sie anbieten, zur Verfügung stellen. «Im Rahmen der sozialen Krankenversicherung sind die Versicherer dafür verantwortlich, dass die Versicherten eine komplette und transparente Information erhalten», sagt BAG-Sprecherin Mona Neidhart.

«Den Aufnahmeprozess mittels kommerzieller Prämienvergleichsdienste oder der eigenen Internetseite für bestimmte Personengruppen zu erschweren, ist daher nicht statthaft.» Laut Neidhart hat das Bundesamt im Herbst 2012 und im Herbst 2013 vereinzelte Kassen aufgefordert, ihre Internetseiten anzupassen. Gegenüber Vergleichsdiensten wie Comparis selbst sieht es hingegen keine Handhabe, weil sie nicht seiner Aufsichtspflicht unterstehen.

(gku)

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