Und schon wieder werden die Krankenkassen teurer. 2016 steigen die Prämien im Schnitt um 5,2 Prozent. Je nach Kanton beträgt der durchschnittliche Anstieg sogar bis zu 10 Prozent. Umso wichtiger ist es für die Versicherten, den richtigen Anbieter, das vernünftigste Modell und die optimale Franchise zu wählen. Damit lassen sich Hunderte Franken im Jahr sparen.

Tatsächlich ist das Sparpotenzial der Schweizer Versicherten riesig. Mit einem Wechsel zur günstigsten Krankenkasse könnte die hiesige Bevölkerung laut einer Studie des Vergleichdienstes Moneyland insgesamt 4,7 Milliarden Franken an Prämien sparen. Und das auch, wenn sie die bestehende Franchise und das gleiche Versicherungsmodell beibehalten. Wechselten die Versicherten zudem zum günstigsten Sparmodell, beträgt das Sparpotenzial demnach sogar 7,2 Milliarden Franken.

Grosse Unterschiede bei den Altersgruppen

Dabei sind die Unterschiede beim Sparpotenzial je nach Altersgruppe gross. Bei Kindern bis 18 Jahre könnten die Prämien um 190 Franken pro Person und Jahr gesenkt werden. Auf die Schweiz gerechnet seien das 300 Millionen Franken, schreibt Moneyland. Für junge Erwachsen zwischen 19 und 25 Jahren sind es bereits 520 Franken – total 360 Millionen Franken jährlich. Erwachsene Versicherte ab 26 Jahren könnten 675 Franken an Prämien im Jahr sparen. Das sind 4,11 Milliarden Franken an Sparpotenzial.

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Auch von Kanton zu Kanton gibt es grosse Unterschiede. Am meisten Geld im Portemonnaie behalten könnten erwachsene Versicherte in Basel-Stadt. Sie zahlen dort im Schnitt 1040 Franken im Jahr mehr als nötig. Im Kanton beträgt das Sparpotenzial 881 Franken, in Genf 862 Franken und Zürich 773 Franken.

Junge Erwachsene können in Basel Stadt 668 Franken und in Luzern 628 Franken pro Jahr am meisten sparen. Bei den Kinden in St.Gallen sind es 273 Franken, in Basel- Stadt 261 Franken, Genf 251 Franken und Basel-Landschaft 225 Franken.

Kleinste Sparpotenzial bei Erwachsene in Appenzell Innerrhoden

Für einzelne Kundenprofile sind die Prämienunterschiede zwischen den Krankenkassen je nach Region markant hoöher. So beträgt die Differenz zwischen der guünstigsten und der teuersten jährlichen Prämie für einen erwachsenen Versicherten mit Grundfranchise und Standard-Modell im Kanton Tessin 4296 Franken.

Am kleinsten ist das jährliche Sparpotenzial für erwachsene Versicherte mit 453 Franken im Kanton Appenzell Innerrhoden, für junge Erwachsene mit 327 Franken im Kanton Zug und für Kinder mit 106 Franken im Kanton Jura.

Zur zwei Franchisen-Stufen lohnen sich

Doch nicht nur der Anbieter-Wechsel bringt eine kleinere Prämie. Sparen lässt sich zusätzlich mit der optimalen Franchise. Laut Moneyland hätten sich viele Schweizer für eine Franchise entschieden, mit der sie zu viel bezahlen. Zwar gilt: Je höher die Franchise, desto tiefer ist in der Regel die Prämie. Doch meistens lohnen sich nur zwei Franchisen-Stufen.

«Bei höheren Kosten für Medikamente, Arzt und Spital ist die Grundfranchise die günstigste Lösung, bei tieferen Kosten im Normalfall die höchste Franchise», so Benjamin Manz, Geschäftsführer bei Moneyland. Diese Faustregel gelte für Kinder und Erwachsene. Alle anderen Franchisen seien – unabhängig von den tatsächlichen Gesundheitskosten – meistens nicht die günstigste Wahl.

2500er-Franchise lohnt sich bis Ausgaben von 1800 Franken

Bei den jungen Erwachsenen und Erwachsenen gilt für das Prämienjahr 2016: Im Schweizer Durchschnitt lohnt sich die 2500er-Franchise bis zu Gesundheitskosten von rund 1800 Franken, danach ist gewöhnlich die 300er-Franchise die günstigste Wahl. Je nach individuellem Profil kann die 300er-Franchise demnach aber auch bereits ab jährlichen Kosten von 1300 Franken oder erst ab rund 2020 Franken lohnenswert sein.

(dbe)