Kreditkartendetails von fast der Hälfte aller Südkoreaner sind im ostasiatischen Land gestohlen und an Marketingfirmen verkauft worden. Das berichtet die britische BBC auf ihrer Webseite. Demnach gelangten IT-Mitarbeiter auch in den Besitz der Namen und Sozialversicherungsnummern der Betroffenen.

Die Tragweite des Diebstahls wurde bekannt, nachdem der beschuldigte IT-Unternehmer festgenommen wurde. Auch Manager der Marketingfirmenwurden laut BBC verhaftet. Laut einem Mitarbeiter der Finanzaufsicht seien die Daten unverschlüsselt gewesen.

Finanzaufsicht: Kreditkartenfirmen kommen für Schaden auf

Laut ersten Meldungen seien die Diebe über die Netzwerke der drei grossen koreanischen Kreditkartenfirmen – KB Kookmon Card, Lotte Card and NH Nonghyup Card – an die Daten gelangt. Diese seien auf einen USB-Stick kopiert worden.

Die Chefs der drei grossen Kreditkartenfirmen entschuldigten sich inzwischen öffentlich. Damit allein kommen sie jedoch nicht davon. Wie die koreanischen Finanzregulatoren mitteilten, würden die Kreditkartenfirmen für alle finanziellen Verluste ihrer Kunden aufkommen. Insgesamt leben in Südkorea rund 50 Millionen Menschen. 

Der Vorfall in Südkorea ist bereits der zweite grosse bekannte Kreditkartendiebstahl binnen weniger Tage. Wie vergangene Woche gemeldet wurde, erbeuteten Hacker in den USA kürzlich 100 Millionen Kreditkartendaten. Darunter befinden sich laut dem «Kassensturz» auch mehrere Hundert Schweizer.

(moh)