Die Wettbewerbskommission (Weko) prüft, ob die Höhe der Gebühren bei Kreditkartenzahlungen gerechtfertigt sind. Dies zeigen Recherchen der «Handelszeitung». Die Wettbewerbshüter haben die Untersuchung zu den Händlergebühren bei Kreditkartentransaktionen reaktiviert, so Olivier Schaller von der Weko.

In der Schweiz liegen die Gebühren heute im Durchschnitt bei rund 0,95 Prozent des Einkaufsbetrags. Mehr als 24 Milliarden Franken werden in der Schweiz mit Kreditkarten umgesetzt. Dabei fallen Einnahmen von rund 230 Millionen Franken an, die Zahlungsdienstleister und Kartenherausgeber unter sich aufteilen. In der EU laufen derzeit Bestrebungen, die Gebühren auf 0,3 Prozent des Einkaufsbetrags zu deckeln. Würde die Weko zum Schluss kommen, dass in der Schweiz derselbe Ansatz wie in der EU verwendet werden soll, werden die Banken und Zahlungsdienstleister zukünftig auf Einnahmen von rund 150 Millionen Franken verzichten müssen. 

Die Wettbewerbskommission hat einen umfangreichen Fragebogen an Schweizer Marktteilnehmer geschickt. Im Herbst ist mit einem Ergebnis der Umfrage zu rechnen. Dann wird auch bekannt, ob die Weko gegen die Gebühren vorgeht. Das letzte Verfahren der Weko zu den Gebühren kam 2010 zum Abschluss, damals wurden sie deutlich gesenkt.

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(sda/tke)