Bereits zum 33. Mal wird der Wiener Galerist Ernst Hilger mit seiner gleichnamigen Galerie an der Art Basel vertreten sein. Zu Recht erwähnt er gerne, dass er schon zu Beginn seiner Tätigkeit als Galerist im Jahr 1971 die Art in den Basler Messehallen besuchte und von den Möglichkeiten und der spannenden Vielfalt der dort präsentierten Kunst fasziniert war. Als er sich dann 1976 für einen Stand bewarb, wurde er sofort aufgenommen. Ab 1989 amtete er einige Jahre als Beirat der Art und wirkte in dieser Funktion an der Weiterentwicklung der Messe mit.

Die Galerie zeichnet sich seit mehr als drei Dezennien durch eindrucksvolle Ausstellungen aus. In der Regel präsentiert Hilger in seiner über 350 m2 grossen Gale-rie bis zu neun Künstlerschauen pro Jahr und macht mit zahlreichen Events auf sein Wirken aufmerksam. 2003 wurde zudem «hilger contemporary» ins Leben gerufen. Ebenfalls an der Dorotheergasse 5 zu Hause, fördert sie fotografische Arbeiten, neue Medien und zeitgenössische Kunst, indem international bekannte Kuratoren in Zusammenarbeit mit Hilger innovative und überraschende Werke von vielversprechenden jungen Künstlern vorstellen. Beide Bereiche werden auch an der 40. Art Basel zu sehen sein. Befragt nach Namen, erwähnt Ernst Hilger zuerst internationale «Klassiker» wie Larry Rivers, Erró, Mimmo Rotella und Jiri Kolar. Aber auch Werke von Künstlern der Galerie, die in diesem Jahr an den Biennalen von Venedig und Moskau präsent sein werden, wie Miha Strukelj, John Gerrard, Anastasia Khoroshilova oder Brian McKee werden exemplarisch an der Art Basel gezeigt.

Kooperation mit Unternehmen

Im Bestreben, zwischen Unternehmen und Künstlern partnerschaftliche Beziehungen herzustellen, leistete Ernst Hilger Pionierarbeit. So kam vor einigen Jahren mit Siemens Österreich ein einzigartiges Förderprogramm zustande: Im Internet wurde eine monatlich wechselnde virtuelle Galerie - www.artlab.at - installiert, die jährlich zwölf interessante junge Künstlerpersönlichkeiten vorstellt. Obwohl Siemens Österreich vor kurzem bekannt gab, 825 Stellen abbauen zu müssen, bleibt Ernst Hilger zuversichtlich: «Die Unternehmen reagieren teilweise sehr stark auf die Krise. Sie wollen aber alle ihre Kunstprogramme mit uns weiterführen. Wir haben nun neue Strategien entwickelt und sind sehr stolz darauf, dass es uns gelungen ist, mit einem kleineren Budget ein gleichwertiges Programm zu präsentieren.» In diesem Zusammenhang erwähnt Hilger auch die Tatsache, dass die Betreuung der Sammlung des russischen Immobilientycoons Alexander Reznikov neue Zusammenarbeitsmöglichkeiten eröffnet hat. In seiner Wahlheimat Österreich fand im Februar 2009 erstmals die Verleihung des Alexander Reznikov Award an drei junge Künstler unter 35 Jahren statt. Die Galerie Ernst Hilger/hilger contemporary war dabei federführend. Auch der diesjährige FEAGA-Preis (Federation of European Art Galleries Association), welcher an der kommenden Art Basel verliehen wird, wird dank der Vermittlung von Hilger durch Reznikov gesponsert.

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Neue Chancen trotz Downsizing

Hilgers Optimismus und seine Begeisterung für junge aufstrebende Künstler aus Österreich und Südosteuropa lässt seine Zuversicht authentisch wirken. Die derzeitige Situation auf dem Kunstmarkt sieht er sehr differenziert: «Ich denke, dass wir uns auf einen grossen Zeitraum des Downsizing der vorhandenen Finanzmittel einstellen müssen, was für engagierte Sammler eine Fülle von neuen Möglichkeiten eröffnen wird. Auch die ganz grossen Galerien werden sich neue Strategien für die Vermittlung von Kunst ausdenken müssen. Diese Entwicklung bringt zwar sehr viel extra Arbeit und Anstrengung mit sich, aber auch Chancen, dass der Kunstmarkt sich dann rasch erholen wird.»