Die Wirtschaftskrise macht sich im Schweizer IT-Sektor bemerkbar. «Unsere Unternehmenskunden haben momentan zwei Hauptanliegen: Kosten senken und gleichzeitig möglichst flexibel werden», sagt Hauke Stars, Chefin von HP in der Schweiz. «Teilweise werden Investitionsentscheide insbesondere bei Hardware auch aufgeschoben.»

Laut Stars präsentiert sich die Situation bei Privatkunden anders. «Dieser Markt ist in der Schweiz immer noch sehr stabil.» Das deckt sich mit den Beobachtungen von Gabriele Valsecchi, Logitech, Country Manager Switzerland. «In der Schweiz konnten wir ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr erzielen, sodass wir im Peripheriebereich zurzeit keinen Einbruch feststellen können.» Die Konsumenten kauften zwar noch Produkte, aber vornehmlich im günstigeren Einsteigerbereich.

Düsterer ist die Situation bei den Chipproduzenten. «Angefangene Projekte wurden zwar noch beendet» sagt Dario Bucci, Chef des Chipherstellers Intel in der Schweiz und in Italien, «aber weil der Finanzsektor stark die Krise spürt, haben wir in diesem Sektor kaum neue Projekte gesehen.» Bei Konsumenten profitiert Intel dank neuer Chips speziell vom Boom der Netbooks.

Offene Stellen zu besetzen

Etliche Firmen wie Cisco oder IBM, die stark im Firmenkundengeschäft sind, können über ihren Geschäftsgang in der Schweiz keine Auskunft geben. Andere Firmen melden soliden Geschäftsverlauf. «Wir konnten trotz wirtschaftlich schwierigerem Umfeld ein gutes 1. Quartal verbuchen, das sich im Vergleich zum Vorjahr sehen lässt» sagt Jacques Boschung, Managing Director bei EMC. «Die letzten sechs Monate sind für uns positiv verlaufen», meldet auch Stefan Ammann, CEO der Ricoh in der Schweiz. «Wir arbeiten profitabel, machen Gewinn und sind in verschiedenen Bereichen am Wachsen. So haben wir zurzeit rund 15 Stellen vakant.»

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Ein gemischtes Bild ergeben die anderen IT-Sparten. Beim Consulting spürt man, dass die Kunden unter Druck stehen. Gut läuft es (noch?) bei Schweizer Softwarefirmen, die wie Ergon in Nischen oder Elca mit einem eigenen Offshoring-Ast in Vietnam arbeiten. Durchzogen ist das Bild bei den Filialen ausländischer Anbieter.

Ohne Hype droht keine Gefahr

Möglicherweise kommt die IT-Branche mit einem blauen Auge durch die Krise. «Wir haben keinen solchen Hype wie 2001 gehabt - deshalb können wir auch nicht so stark fallen», bringt Patrick Burkhalter, CEO der Firma Ergon, die Lage auf den Punkt.