ANLAGEFONDS. Die Krisenstimmung am amerikanischen Hypothekenmarkt hat nebst den Banken auch andere Wirtschaftszweige erfasst. Scheibchenweise wird der hohe Abschreibungsbedarf in den Büchern namhafter Finanzdienstleister sichtbar. Das verunsichert. Unklare Verhältnisse im Zahlengefüge von wichtigen Banken und Versicherungen sind Gift für die Geld- und Kreditmärkte.

Die Wirtschaftsprüfer sind derzeit mit Hochdruck daran, angemessene Bewertungen für neue Finanzinstrumente zu finden, die nicht an einer Börse gehandelt werden. Spätestens im 1. Quartal 2008 müssen die Resultate auf den Tisch, je früher, desto besser. Erst wenn bei den Kreditinstituten vollständige Transparenz herrscht, wird sich das Geschehen an den Aktienmärkten wieder normalisieren. Vorderhand aber dominiert der Rückzugsgedanke. Das spürt auch der schweizerische Fondsmarkt. Seit dem Ausbruch der Krise am Subprime-Hypothekenmarkt kehren viele Anleger diesen Vehikeln den Rücken. Wie lange die Abwärtsbewegung bei den Aktien- und Obligationenfonds andauert, wagt niemand exakt vorauszusagen. Sicher ist: Die Vertrauenskrise hat die Finanzmärkte in der ganzen Breite erfasst.Gesamtwirtschaftlich präsentiert sich die Stimmung weniger krisenbeladen. Nur die notorischen Schwarzmaler prophezeihen eine Rezession. Von den professionellen Konjunkturprognostikern wird für 2008 zwar eine Wachstumsabschwächung vorausgesagt, die Begriffe «Stagnation» oder «Rezession» kommen darin aber nicht vor. Das müsste die verunsicherten Anleger optimistisch stimmen. Wichtig ist bei der jetzigen Verunsicherung, dass die Mittel gut diversifiziert sind. In Zeiten mit einer hohen Volatilität an den Aktienmärkten können sich auch neue Finanzinstrumente wie die Long-Short-Fonds bewähren. Nun muss sich zeigen, ob gewiefte Fondsmanager mit einer gezielten Short-Strategie den abwärts gerichteten Index überbieten können. Auf sinkende Kurse zu setzen, verlangt ein spezielles Expertenwissen. Im Langzeitvergleich zeigt sich, dass alternative Anlagen bei einem Kurseinbruch für eine gewisse Glättung sorgen. Die Fondsindustrie ihrerseits hat die Möglichkeiten für neue Instrumente dank dem Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) genutzt. Die Swisscanto lanciert gemeinsam mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) einen massgeschneiderten Charity-Fund in der Rechtsform eines Sicav. Die Hälfte des Ertrages geht an das SRK. Ein Gedanke, der perfekt in die Adventszeit passt.