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Kriselnder Elektronikriese: Media Markt streicht Stellen

Harziges Geschäft: Media Markt plant 2012 in der Schweiz keinen neuen Markt. (Bild: Keystone)

Bei Media Markt müssen laut Zeitung «Der Sonntag» die Mitarbeiter um ihre Arbeitsstelle bangen. Die Geschäftsführer seien angehalten worden, Personal zu entlassen.

Veröffentlicht am 15.07.2012

Beim deutschen Elektronikhändler Media-Markt, zu dem auch der Elektronikdiscounter Saturn gehört, müssen die Mitarbeiter laut «Der Sonntag» zurzeit um ihre Stelle bangen. Laut Informationen, die der Zeitung vorliegen, seien alle Geschäftsführer angehalten worden, Personal zu entlassen, weil sich die Ertragslage weiter verschlechtert hat. «In letzter Zeit haben sich die plötzlichen Abgänge gehäuft», wird ein Media-Markt-Lieferant zitiert.

Bereits habe Media Markt die Anzahl Teamleiter pro Filiale verringert. «Ein gefährliches Spiel, schliesslich möchte die Kundschaft überall gleich kompetent bedient werden», so der Bericht. Seien es früher sechs bis acht Teamleiter pro Filiale, schätzen Branchenkenner, dass jetzt nur noch vier oder fünf Teamleiter angestellt sein werden. Weiter versuche Media-Markt, die Lagerkosten zu senken. «Geschäftspartner sprechen von bis zu 30 Prozent weniger Bestellungen», heisst es.

Vergangenen August hatte Media-Markt noch angekündigt, man wolle 2011 rund 300 Stellen schaffen und bis 2015 die Anzahl Filialen auf 45 beinahe verdoppeln. «Die Expansion hat sich etwas verzögert, da Investoren, die den Bau von Shoppingcentern in der Schweiz unterstützt haben, abgesprungen sind», wird Konzernsprecherin Séverine de Rougement zitiert. Dieses Jahr werde kein neuer Markt eröffnet.  «Auf operativer Ebene sind auch wir – wie die Branche insgesamt – mit einem enormen Preisdruck konfrontiert.»

Die Vorgänge tragen die Handschrift der Geschäftsleitung im deutschen Ingolstadt: Der Gewinn des Schweizer Geschäfts sank 2011 um 11,5 Prozent auf 28 Millionen Franken. Auch der Umsatz schrumpfte von 1,038 Milliarden auf 914 Millionen Franken, womit Media Markt nach Fust und Interdiscount nur noch die Nummer drei in der Schweiz ist.

(vst)

 

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