Vor allem eine deutlich gestiegene Risikovorsorge führten zu einem Verlust der Hypo Alpe Adria im ersten Halbjahr von 859,8 Millionen Euro, wie das Kriseninstitut aus Kärnten am Mittwoch mitteilte. Voriges Jahr um diese Zeit hatte die notverstaatlichte österreichische Bank dank Sondererlösen ganz knapp schwarz geschrieben.

Mit diesem aktuellen Verlust ist die Bank schwer unterkapitalisiert. Die Lücke in der Halbjahresbilanz will der Staat mit einer neuen Kapitalspritze von 700 Millionen Euro füllen, dafür fehlt aber noch die Zustimmung der EU. Diese wird für Herbst erwartet. In der Bank-AG - also im Einzelabschluss der Hypo Alpe Adria Bank International AG - fehlten beim Kernkapital Ende Juni 618,8 Millionen Euro, um die gesetzlichen Mindestkapitalerfordernisse zu erfüllen.

Folge von EU-Auflagen

Die Bank hatte bereits im Juli die schlechte Bilanz angekündigt. Die Risikovorsorge lag bei 623 Millionen Euro - 500 Millionen über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Dafür machte das Institut die Folgen von EU-Auflagen zum Abbau von Geschäften ebenso verantwortlich wie Konjunkturschwäche in wichtigen Märkten.

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Viel Geld erhofft sich die österreichische Bank von ihrer früheren Mutter BayernLB. In der vergangenen Woche reichte die Hypo Alpe Adria Klage auf Rückzahlung von rund 710 Millionen Euro beim Landgericht München ein. Die BayernLB hatte die ehemalige Kärntner Landesbank 2007 gekauft und 2009 nach Milliardenverlusten zum symbolischen Preis von einem Euro an Österreich zurückgegeben. Dort wurde sie notverstaatlicht.

Klage der BayernLB

Bei dem Streit geht es um die Rückzahlung von Milliardensummen, die die BayernLB der HGAA überwiesen hatte, als diese noch ihr gehörte. Die Österreicher hatten die Tilgung eingestellt, weil es sich ihrer Meinung nach nicht um Kredite, sondern um Eigenkapital handelt, das nicht zurückgezahlt werden müsse. In der Klage fordern sie nun zunächst 710 Millionen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro zurück, die bereits als Tilgungs- und Zinszahlungen geflossen waren. Im vergangenen Dezember hatte die BayernLB ihrerseits beim Landgericht München eine Klage auf vollständige Rückzahlung von 4,6 Milliarden Euro eingereicht.

(awp/se)