Die Suche nach einem Käufer für die krisengeplagte italienische Bank Monte dei Paschi zieht sich in die Länge. Vor 2016 sei ein Zusammengehen mit einem anderen Institut unwahrscheinlich, sagte der neue Verwaltungsratsvorsitzende Massimo Tononi am Mittwoch. «Es ist ein Prozess, der Zeit braucht.»

Die älteste Bank der Welt hatte beim jüngsten EZB-Stresstest am schlechtesten abgeschnitten. Um die Kapitalbasis zu stärken, nahm Monte dei Paschi über eine Finanzspritze drei Milliarden Euro ein. Zudem ordnete die Europäische Zentralbank (EZB) die Fusion mit einer anderen Bank an. Viele Wettbewerber haben aber bereits abgewunken. Nach den Äusserungen von Tononi gaben die Aktien des Geldhauses um mehr als sechs Prozent nach.

Mit Steuergeldern gerettet

Bankchef Fabrizio Viola hatte zuletzt bereits angedeutet, dass sich die Suche nach einem Käufer in die Länge ziehen könnte. «Jetzt ist es offiziell», sagte ein Händler in Mailand.

Monte dei Paschi wurde mit mehr als vier Milliarden Euro an Steuergeldern vor der Pleite bewahrt, nachdem die Bank durch die Euro-Krise und einen Derivate-Skandal unter die Räder gekommen war. Eine Einigung mit dem japanischen Geldhaus Nomura über die Einstellung des Derivate-Geschäfts, das unter dem Namen Alexandria bekannt ist, sei noch möglich.

(reuters/gku)