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Rückkehr
Krisenbank Monte Paschi schafft Comeback

Monte Paschi: Seit Kurzem auch wieder an der Börse gehandelt. Keystone

Nach Milliardenverlust und Staatsrettung kann die italienische Monte dei Paschi di Siena für einmal Gutes vermelden. Im dritten Quartal schreibt die Grossbank schwarze Zahlen.

Veröffentlicht am 08.11.2017

Nach einer Serie massiver Verluste und der Rettung durch den Staat ist die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das traditionsreiche Institut aus der Toskana wies für das dritte Quartal einen Reingewinn von 242 Millionen Euro aus.

Ein Jahr zuvor stand noch ein Minus von rund 1,2 Milliarden Euro in den Büchern. Zu dem Ergebnis trug auch ein Tausch von Schulden in Aktien bei, mit dem sich private Investoren an der Rettung der ältesten Bank der Welt nach den Regeln der Eurozone beteiligen mussten.

Zahlreiche Probleme

Zudem seien die Wertpapier- und Konto-Einlagen seit Ende Juni um 1,6 Milliarden auf elf Milliarden Euro gestiegen. Die Kernkapitalquote ist nach den Hilfen mit 15,2 Prozent inzwischen eine der höchsten landesweit.

Monte Paschi war unter anderem wegen eines Bergs an faulen Krediten in Schieflage geraten. Denn die langjährige Wirtschaftsflaute in Italien sorgte wie auch bei anderen Instituten dafür, dass viele Darlehen platzten. Auch Missmanagement und ein Derivate-Skandal machten der Bank zu schaffen.

Mit Hilfe des Staats

Ende Dezember gelang es ihr nicht, sich bei Investoren dringend benötigtes Kapital zu beschaffen. Der Staat bewahrte sie dann mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket vor dem Kollaps und stieg mit fast 70 Prozent ein. Anfang Juni billigte die EU-Kommission den Rettungsplan.

Zuletzt ging es allmählich wieder bergauf: Im Oktober kehrte das Geldhaus nach zehnmonatiger Abwesenheit an die Mailänder Börse zurück.

(sda/jfr/gku)

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