Heute kann man nur spekulieren, ob Ende 2009 bereits ein neuer Aufschwung einsetzen wird oder ob die Konjunktur und insbesondere die Aktienmärkte über die nächsten Jahre stagnieren werden. Geeignete Titel sind unter solchen Bedingungen sogenannte wertstabile Aktien. Diese eher defensiv ausgerichteten Titel zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Kursverlauf beständiger und gegen-über Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten widerstandsfähiger sind.

Wertstabil

Eine Aktie ist dann wertstabil, wenn der Titel und das entsprechende Unternehmen bestimmte Kriterien erfüllen: Ausschlaggebend sind eine möglichst niedrige Kursvolatilität, stabile Ertrags-, Cashflow- und Dividendentrends sowie eine niedrige Aktienbewertung. Neben der Analyse der Fundamentaldaten der einzelnen Unternehmen müssen Management und Geschäftsmodell auf mögliche Überraschungen überprüft und der Titel einem Stresstest unterzogen werden. Nur Aktien, die einen solchen Selektionsprozess überstehen, sind genügend stabil in ihrer Wertentwicklung. Die Stabilität wirkt sich dämpfend auf die Volatilität des Aktienkurses aus und die Aktie ist somit sicherer. Nordea setzt im Global Stable Equity Fund momentan auf «Klassiker» wie Nestlé, Novartis, Swisscom, PepsiCo oder IBM. Der Fonds konzentriert sich nicht ausschliesslich auf bestimmte Sektoren. Im derzeitigen Wirtschaftsumfeld empfehlen sich aber rezessionsresistentere Branchen. Im Portfolio sind die Sektoren Versorger, Konsumwerte, Industrie und Gesundheitswesen übergewichtet. Um das Risiko möglichst gering zu halten, ist auch bei stabilen Aktien eine breite Diversifikation von hoher Bedeutung.

Oft werden wertstabile Aktien als «langweilig» bezeichnet, weil sie weniger Aufmerksamkeit von den Investoren, Medien und allgemein von der Öffentlichkeit erhalten. Ihnen gegenüber stehen die sogenannten Highflyer. Diese vermeintlichen Outperformer sind bei den meisten Analysten beliebt, denn sie versprechen eine gute «Story», und die Aktienkurse können in kurzer Frist zweistellig zulegen. Tatsächlich sind es aber längerfristig die vermeintlich «langweiligen» Unternehmen, die punkten. Doch Portfoliomanager von herkömmlichen Anlagefonds haben nur bedingt Interesse an Aktien, die weniger risikobehaftet sind. Viele Aktienfonds orientieren sich an ihren Benchmarks und haben das Ziel, ihn zu schlagen. Dies verpflichtet, im Titeluniversum des Benchmarks zu bleiben und Unternehmen mit überdurchschnittlichem Performance-Potenzial stärker zu gewichten. Diese Vorgehensweise hat zwei wesentliche Nachteile: Erstens folgen die herkömmlichen Fonds den zyklischen Bewegungen ihres Benchmarks und sind deshalb sehr volatil. Und zweitens sind die beliebten Aktien aufgrund der hohen Nachfrage teuer.

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Langfristig gleich hohe Renditen

Stabile Aktien haben allerdings den Nachteil, dass sie im Aufschwung nicht mit der Marktentwicklung mithalten können. Über längere Zyklen betrachtet sind die Renditen von stabilen Aktien aber mit denjenigen von herkömmlichen Titeln vergleichbar. Von Juni 2001 bis Juni 2008 schnitt beispielsweise die Aktie des Lebensmittelherstellers General Mills gleich gut ab wie der breit gefasste Aktienindex MSCI World. Beide legten um rund 40% zu. Der entscheidende Pluspunkt von wertstabilen Aktien ist ihre geringere Volatilität, durch die sie sich vor allem in Baissephasen auszeichnen. Sowohl im Abschwung 2001 als auch im letzten Jahr verlor General Mills deutlich weniger an Wert als der Markt. Fazit: Mit der Investition in solide Titel können Anleger, verglichen mit herkömmlichen Aktien, von den langfristigen Ertragschancen von Aktien profitieren und sind einem niedrigeren Risiko starker Kapitalverluste ausgesetzt.